Die Basis KI-nativer Clouds? Geliehenes Geld und geborgte Zeit.

Weder CoreWeave noch Nscale veröffentlichen ESG-Daten, aber das ist nicht der Kern des Problems.

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Im Rahmen seiner Nachhaltigkeits-Recherche-Reihe widmet sich Computing AI-nativen und Neo-Clouds. In diesem Teil geht es um CoreWeave und Nscale. Beide sind junge Unternehmen, beide haben ihre Wurzeln im Krypto-Mining, und beide halten sich mit der Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsdaten deutlich zurück.

CoreWeave ist noch keine zehn Jahre alt und begann 2017 als Ethereum-Mining-Unternehmen in einer Garage in New Jersey. Mit dem Krypto-Crash 2018 begann das Unternehmen, notleidende Vermögenswerte aufzukaufen, und bot anschließend Cloud-Dienste für Unternehmen an, die GPU-intensive Workloads ausführen.

2022 investierte CoreWeave in Nvidia-H100-GPUs und richtete sein Geschäft konsequent auf KI-Cloud-Dienste aus. Im März 2025 ging das Unternehmen mit einem Börsengang über 1,5 Milliarden Dollar an die Börse und erhielt Anfang dieses Jahres weitere Investitionen von Nvidia.

CoreWeave verfügt über mehr GPUs als jedes andere KI-Cloud-Unternehmen außerhalb der Hyperscaler. Zu seinen Kunden zählen jedoch gerade diese Hyperscaler – vor allem Microsoft, aber auch Oracle – sowie weitere KI-Unternehmen wie OpenAI und Meta.

Nscale teilt mit CoreWeave die Entstehungsgeschichte im Krypto-Mining, doch dort enden die Gemeinsamkeiten weitgehend. Nscale ist kaum zwei Jahre alt und ging aus einem Unternehmen namens Arkon Energy hervor, das ebenfalls auf Krypto und wasserkraftbetriebene Rechenzentren spezialisiert war.

NScale wurde im Mai 2024 offiziell gegründet und hat damit eine deutlich kürzere Geschichte als CoreWeave. In die Analyse wurde das Unternehmen vor allem deshalb aufgenommen, weil es eine zentrale Rolle in der Digital- und KI-Wachstumsstrategie der britischen Regierung spielt und es geschafft hat, viel Hype und Kapital auf sich zu ziehen.

Ursprünglich sollte diese Untersuchung die von beiden Unternehmen veröffentlichten Nachhaltigkeitsdaten prüfen. Dieses Ziel musste jedoch revidiert werden, da keines der beiden Unternehmen entsprechende Daten veröffentlicht.

Summary für IT-Verantwortliche

Was veröffentlicht CoreWeave?

CoreWeave veröffentlichte Ende 2025 einen Jahresbericht, der einen kurzen Abschnitt zum Thema Nachhaltigkeit enthält. Darin finden sich einige bemerkenswerte Aussagen, darunter:

„Mehrere der bestehenden Rechenzentren in den Vereinigten Staaten und Europa, in denen wir Mieter sind, werden mit emissionsfreien Energiequellen betrieben.“

Ob „emissionsfrei“ 100 Prozent erneuerbare Energie oder Kernenergie meint, bleibt offen. Weder im Bericht noch auf der Website von CoreWeave finden sich dazu weitere Details.

„Emissionsfrei“ wirkt dabei wie eine bewusst gewählte Formulierung. Würden diese Rechenzentren zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben, läge es nahe, dies ausdrücklich zu benennen.

Im Bericht heißt es außerdem: „Wir bewerten und messen derzeit die Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen unserer Anlagen und des Rechenzentrumsbetriebs und werden in Kürze damit beginnen, unsere Emissionen aus der Lieferkette (Scope 3) zu bewerten.“

Die Arbeit ist demnach noch nicht abgeschlossen. Für ein Unternehmen, das angibt, 43 Rechenzentren in den USA und Europa zu „betreiben“, wirkt es ungewöhnlich, dass nicht einmal die Emissionen der Scopes 1 oder 2 ausgewiesen werden.

Das könnte damit zusammenhängen, dass CoreWeave keine eigene Infrastruktur besitzt. In der S-1-Meldung vom März 2025 heißt es: „Wir mieten alle unsere Rechenzentren und bestimmte Ausrüstung im Rahmen von Mietverträgen.“

CoreWeave besitzt Chips, Server und Racks. Nicht im Eigentum des Unternehmens stehen dagegen Rechenzentren, Strominfrastruktur oder Grundstücke. Ende 2025 beliefen sich die Investitionsausgaben auf 14,9 Milliarden Dollar, hinzu kamen 8,2 Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten aus Operating-Leasing-Verträgen. Der Auftragsbestand, der vor allem von Microsoft stammt, lag bei 66,8 Milliarden Dollar.

Dieser Auftragsbestand beunruhigt zunehmend Investoren und Kommentatoren – ebenso wie die Verschuldung. Die Gesamtverschuldung von CoreWeave stieg von unter 8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf mehr als 21 Milliarden US-Dollar. Die variabel verzinslichen Schulden kosten im Schnitt rund 11 Prozent Zinsen. Laut DCPulse wird dadurch fast ein Drittel des Quartalsumsatzes allein für Zinszahlungen aufgewendet.

Ein Unternehmen, das ein Drittel seines Umsatzes für den Schuldendienst aufwendet, steht unter erheblichem Druck. Der Spielraum für Investitionen in den Aufbau einer ESG-Berichterstattungsinfrastruktur – geschweige denn in umfassende Nachhaltigkeitsprogramme – ist entsprechend gering.

Auffällig ist zudem, dass Investoren im Zuge des Börsengangs offenbar keine Offenlegung von Nachhaltigkeitsdaten als Voraussetzung eingefordert haben.

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Und Nscale?

Nscale veröffentlicht noch weniger Informationen als CoreWeave, da es sich um ein privates und zugleich sehr junges Unternehmen handelt. Die einzigen Hinweise zur Nachhaltigkeit auf der Unternehmenswebsite finden sich in den Beschreibungen der einzelnen Rechenzentren, die das Unternehmen betreibt – oder betreiben will.

Das ist ein entscheidender Unterschied. Auf der Website von Nscale sind derzeit vier von Nscale betriebene Rechenzentren aufgeführt: zwei in Norwegen, die mit Wasserkraft betrieben werden, eines in Loughton in Essex und eines in Texas.

Ein Nscale-Sprecher bestätigte, dass das Unternehmen an diesen Standorten Grundstücke, Rechenzentren, GPU-Infrastruktur und Energieanlagen besitzt und betreibt. Zusätzlich sind sieben gemeinsam genutzte, von Partnern betriebene Rechenzentren in Norwegen, Island, Großbritannien und Portugal aufgeführt, dazu ein weiterer „verfügbarer“ Standort in West Virginia.

Ein Nscale-Sprecher stellte außerdem klar, dass der in Betrieb befindliche Standort Glomfjord in Norwegen zu 100 % im Besitz von Nscale ist. Das Unternehmen verfügt über zertifizierte Herkunftsnachweise, die einen zu 100 % erneuerbaren Wasserkraftverbrauch für diesen Standort bestätigen und im Rahmen des norwegischen Herkunftsnachweissystems ausgestellt wurden.

Die anderen Standorte, die auf der Website als von Nscale betrieben aufgeführt sind, sind jedoch nicht alle fertiggestellt, ohne dass die Website dies klar kenntlich macht. Ein Beispiel ist die Seite mit weiteren Informationen zum Standort Narvik in Norwegen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels verweist sie lediglich auf eine Pressemitteilung vom Juli 2025 zur Ankündigung von Stargate Norway – einem Joint Venture zwischen Nscale, Aker und OpenAI.

Laut der Pressemitteilung soll die „Anlage bis Ende 2026 100.000 NVIDIA-GPUs liefern“.

OpenAI gab die Pläne auf, diese Kapazität zu mieten, im April dieses Jahres auf, und Microsoft übernimmt den Vertrag. Der Liefertermin hat sich verschoben. Anfang dieses Monats sicherte sich Nscale weitere 790 Millionen Dollar an Finanzmitteln für den Standort.

Ein weiterer Auszug aus der Pressemitteilung, die noch auf der Website zu finden ist, lautet: „Das Konsortium hinter Stargate Norway hat langfristige Nachhaltigkeit zu einem Kernprinzip des Projekts gemacht. Die Anlage wird vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben und soll eine geschlossene, direkt auf den Chip gerichtete Flüssigkeitskühlung nutzen, um maximale Kühleffizienz zu gewährleisten. Zudem wird die überschüssige Wärme der GPU-Systeme zur Verfügung gestellt, um CO₂-arme Unternehmen in der Region zu unterstützen.“

Das klingt überzeugend, wirft aber Fragen auf, nachdem das Stargate-Norway-Konsortium nicht mehr der Kunde ist. Berichtet wurde auch über die Umstellung auf Nvidias Vera-Rubin-Chips an diesem und anderen Nscale-Standorten. Diese Chips sind deutlich energieintensiver als ihre Vorgänger und sind gerade erst in die Serienproduktion gegangen. Welche Folgen hat das für den Strom- und Wasserbedarf der Rechenzentren? Wird genügend erneuerbare Energie verfügbar sein, um die Racks mit Vera Rubin zu betreiben?

Und was füllt die Lücke, falls nicht?

Nscale teilte mit, dass das Chip-Upgrade keinen Einfluss auf den Strom- und Wasserverbrauch haben wird. Denn obwohl Vera-Rubin-Chips pro Einheit mehr Strom verbrauchen, werden für eine höhere Rechenleistung weniger davon benötigt.

Der Standort Narvik war von Anfang an als groß angelegtes, hochdichtes KI-Rechenzentrum geplant, das erneuerbare Wasserkraft nutzt. Der Wechsel des Kunden hat nichts an dem Plan geändert, eine geschlossene, direkt auf den Chip gerichtete Flüssigkeitskühlung zu nutzen, die nicht verdunstet und keine lokalen Wasserressourcen verbraucht oder verdunstet.

Ein weiterer Vorzeigestandort in Loughton wirkt laut Berichten in The Guardian vom März dieses Jahres weiterhin wie eine Baustelle mit Gerüsten. Das Bild auf der Nscale-Website des Standorts Loughton ist eine künstlerische Darstellung.

Ein Sprecher von Nscale sagte: „Am Standort Loughton laufen derzeit Standortuntersuchungen und Genehmigungsverfahren. Der Zeitplan wurde zwar kürzlich aktualisiert, um die Installation der neuesten Vera-Rubin-200-Technologie zu berücksichtigen, aber wir gehen davon aus, dass der Standort 2027 betriebsbereit sein wird.“

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Gibt es überhaupt KI-native Clouds?

Das ist keine philosophische Frage. Das Fehlen von Nachhaltigkeitsdaten zwingt dazu, nach den Gründen für diese Intransparenz zu fragen. Klar ist: Weder CoreWeave noch Nscale sind verpflichtet, Nachhaltigkeitskennzahlen zu veröffentlichen. Doch ihre nächsten Konkurrenten in der Neocloud-Kategorie wie Nebius und Crusoe veröffentlichen zumindest einige Nachhaltigkeitsdaten.

Nebius und Crusoe sind ebenfalls junge Unternehmen. Die Vorstellung, CoreWeave und Nscale hätten unmöglich bereits irgendeine Form von Berichtsinfrastruktur aufbauen können, hält daher einer Überprüfung nicht stand. Im Fall von CoreWeave gilt das erst recht, weil das Unternehmen den Börsengang bereits hinter sich hat.

Beunruhigender ist die mögliche Erklärung, dass es wenig zu berichten gibt, weil die Kapazitäten noch nicht vorhanden sind – oder, in einer noch kritischeren Lesart, dass die Unternehmen nicht transparent mit der jahrelangen Lücke zwischen der Ankündigung eines Deals und der vollständigen Betriebsaufnahme umgehen.

Warum ist das wichtig?

Die mangelnde Transparenz ist aus mehreren Gründen relevant, allen voran mit Blick auf die Unternehmensführung. Nscale hat 3,7 Milliarden Dollar eingesammelt, Verträge mit Microsoft, ByteDance und OpenAI abgeschlossen und scheint ein zentraler Baustein der britischen KI-Strategie zu sein, bleibt bei einigen wichtigen operativen Details aber vage.

Auch aus Nachhaltigkeitsperspektive ist das relevant. Die CoreWeaves und Nscales dieser Welt, so lautet die Erzählung, existieren wegen des explosiven Wachstums im Markt für GPU-Clouds. Tatsächlich legen die scheinbar endlosen Finanzierungsrunden und die Investitionen von Nvidia, die die Bewertungen dieser Unternehmen auf ein hohes Niveau getrieben haben – zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels rund 60 Milliarden Dollar für CoreWeave und 14,6 Milliarden Dollar für Nscale – nahe, dass die Nachfrage enorm ist.

Aber die Nachfrage (in beiden Fällen) scheint fast ausschließlich von einer winzigen Anzahl von Hyperscalern und OpenAI zu kommen.

In beiden Fällen scheint diese Nachfrage jedoch fast ausschließlich von einer sehr kleinen Zahl an Hyperscalern und von OpenAI auszugehen.

Während die Emissionsdaten von CoreWeave und Nscale vermutlich in den Scope-3-Emissionen ihrer Hyperscale-Kunden auftauchen, fehlt eine direkte Transparenz. Zudem würden andere Nachhaltigkeitskennzahlen wie der Wasserverbrauch auf diesem Weg gar nicht erfasst.

Und wenn diese Unternehmen bereits über die nötige Berichtsinfrastruktur verfügen, um ihre direkten CO2e-Emissionen an Hyperscale-Kunden zu melden, stellt sich umso mehr die Frage, warum sie diese Daten nicht auch in ihre eigene Berichterstattung aufnehmen.

Verzögerungen bei Rechenzentren

Selbst wenn man akzeptiert, dass der Großteil der Nachfrage nach KI-Rechenleistung von etwa drei Unternehmen stammt, bleibt ein Problem auf der Angebotsseite. Ein Bericht von Anfang dieses Jahres kam zu dem Ergebnis, dass sich etwa die Hälfte der weltweit für 2026 angekündigten Rechenzentrumskapazität wahrscheinlich verzögern wird, in einigen Fällen womöglich dauerhaft.

Rechenzentren zu bauen ist deutlich schwieriger, als die Branche häufig suggeriert. Die Anti-KI-Stimmung hat sich vielerorts in klaren Widerstand gegen Rechenzentrumsprojekte verwandelt; deren Zustimmungswerte liegen derzeit sinnbildlich irgendwo zwischen denen von Friedrich März und der Pest. Das Thema hat inzwischen sogar die Aufmerksamkeit von Erin Brockovich auf sich gezogen.

CoreWeave wird in den USA in einer Sammelklage von Investoren verklagt, die argumentieren, das Unternehmen habe vor dem Börsengang seine Fähigkeit, die Kundennachfrage zu befriedigen, überbewertet und erhebliche Bauverzögerungen bei seinen Rechenzentren verschwiegen.

Zurück zur starken Abhängigkeit von Microsoft: Analysten von TD Cowen berichteten Anfang 2025, Microsoft habe Mietverträge für „ein paar hundert Megawatt“ an US-Rechenzentrumskapazität gekündigt. Das deutet darauf hin, dass der Hyperscaler möglicherweise einen Überhang an KI-Infrastruktur abbaut.

Außerdem setzte das Unternehmen die Umwandlung von Qualifikationserklärungen in formelle Mietverträge aus. Später wurde berichtet, dass Microsoft Verträge über mehr als ein Gigawatt an größeren Standorten auslaufen ließ und sich aus mehreren Geschäften mit jeweils rund 100 Megawatt zurückzog.

Microsoft und OpenAI haben zudem ihre Exklusivvereinbarung beendet. Damit muss Microsoft nicht länger die gesamte Rechenzentrumskapazität für OpenAI aufbauen – eine Verpflichtung, die offenbar von Oracle übernommen wurde.

Sollte Microsoft seine Verpflichtungen gegenüber CoreWeave deutlich reduzieren, geriete das Unternehmen angesichts seiner starken Abhängigkeit von Microsoft und seiner hohen Verschuldung erheblich unter Druck. In diesem Szenario könnte eine Spur teilweise fertiggestellter Rechenzentrums-Campus und umfangreicher physischer Infrastruktur zurückbleiben, für die es keine gesicherten Mieter gibt.

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Die ökologischen Kosten gestrandeter Vermögenswerte

Nscale ist weniger verschuldet als CoreWeave, hat als weniger etabliertes Unternehmen jedoch keinen Börsengang hinter sich, der zumindest einige Stresstests seines Geschäftsmodells erzwungen hätte. Das Unternehmen hat Schulden von mehr als 2 Milliarden Dollar ausgewiesen und drei sehr umfangreiche Finanzierungsrunden abgeschlossen. Da es sich jedoch um ein privates Unternehmen handelt, bleibt unklar, wie die Buchhaltung strukturiert ist.

Der 1,4-Milliarden-Dollar-Kredit, den Nscale im Februar bekanntgab, wurde teilweise von Blue Owl finanziert, einem privaten Kreditgeber, der wegen riskanter Kreditvergabepraktiken zunehmend unter Beobachtung steht und der Anfang des Jahres gezwungen war, Kunden daran zu hindern, Bargeld aus bestimmten Fonds abzuheben.

Das schuldenfinanzierte Wachstum von Nscale stützt sich auf Beziehungen zu einer sehr kleinen Zahl großer Kunden. Einer davon zeigt bereits Anzeichen dafür, seine langfristigen Bedarfe an Rechenzentrumskapazität zu überdenken.

Nscale nennt nicht immer die Laufzeiten seiner Verträge mit Hauptmietern. Ein Sprecher teilte eine Pressemitteilung mit, in der für den Standort Narvik eine Vertragslaufzeit von fünf Jahren mit Microsoft genannt wird. Das betrifft jedoch nur einen Standort. Fünf Jahre sind zudem nur ein Bruchteil der Lebensdauer eines Rechenzentrums.

In einem Interview mit der New York Times Anfang dieses Jahres äußerte Nscale-Chef Josh Payne seine Zuversicht, dass sich immer neue Mieter finden würden.

Bleibt zu hoffen, dass er Recht behält. Denn die Umweltkosten für den Bau von Rechenzentren, die nicht voll ausgelastet sind – also der in Stahl, Beton und Hardware gebundene Kohlenstoff, die Landnutzung, Netzanschlüsse, Kühlung und Energieinfrastruktur, die selbst riesige Infrastrukturprojekte darstellen und zunehmend den Bau netzunabhängiger Gasturbinen einschließen – sind versunkene Kosten, die kein ESG-Bericht jemals vollständig abbilden kann.

Im Verlauf des vergangenen Jahres hat die angeblich „unersättliche“ Nachfrage nach KI-Rechenleistung, mit der der gesamte Ausbau der KI-nativen Cloud begründet wurde, erste Anzeichen von Sättigung gezeigt. Wenn die üblichen wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten weiterhin gelten, dürfte der starke Anstieg der LLM-Kosten die Nachfrage dämpfen. Bereits jetzt weisen Unternehmen wie Uber und Amazon ihre Entwickler an, LLMs vorsichtiger einzusetzen. Tokenmaxxing ist out.

Aber die CO₂-Emissionen, die in ungenutzten Rechenzentren gebunden sind, verschwinden nicht aus der Atmosphäre, nur weil die wirtschaftliche Rechtfertigung für ihre Existenz wegfällt.

Für IT-Führungskräfte, die sich für die langfristigen Umweltkosten der KI-Infrastruktur interessieren, könnte es sinnvoller sein, die Nachhaltigkeitsfrage vorerst anders zu rahmen: nicht nur, wie nachhaltig diese Infrastruktur ist, sondern auch, wie lange die vertraglich vereinbarte Infrastruktur Bestand haben dürfte und in welcher finanziellen Verfassung sich die Unternehmen befinden werden, die sie errichten.

Das Fehlen von Nachhaltigkeitsdaten ist ein Problem, aber im Moment scheint die Nachhaltigkeit des KI-nativen Geschäftsmodells selbst dringlicher zu sein.

Beiden in diesem Artikel genannten Unternehmen wurde vor der Veröffentlichung die Möglichkeit zur Stellungnahme geboten. CoreWeave hat nicht geantwortet. Nscale hat einen Kommentar zur Veröffentlichung bereitgestellt, der oben enthalten ist, und sich im Hintergrund an den Gesprächen beteiligt. Die während dieser Gespräche bereitgestellten Informationen flossen sowohl vor als auch nach der ersten Veröffentlichung in diesen Bericht ein.

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Dieser Artikel erschien ursprünglich auf unserer Schwester-Website Computing.