IT Essentials: Der Kunde hat immer Recht, es sei denn, Sie verkaufen KI.

Wessen Aufgabe ist es, KI sinnvoll einzusetzen?

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In Davos warnte Satya Nadella von Microsoft, dass der Boom der KI zusammenbrechen könnte, wenn sie keinen echten, allgemein anerkannten Mehrwert liefert. Ist es die Verantwortung der globalen Gemeinschaft, für diesen Mehrwert zu sorgen? Spoiler: Die Antwort finden Sie am Schluss.

Letzte Woche versammelten sich die Staats- und Regierungschefs der Welt – wie jedes Jahr um diese Zeit – zum Weltwirtschaftsforum im Schweizer Bergdorf Davos. Die vielen Reden, die den offiziellen Zusammenbruch der internationalen, auf Regeln basierenden Ordnung markierten, wurden durch verschiedene Gespräche führender Köpfe der Tech-Branche aufgelockert. Und natürlich ging es um KI.

Die fetten Jahre sind vorbei

Andy Jassy, CEO von Amazon, räumte ein, dass die milliardenschweren Finanzierungsgeschäfte, die den Aufbau der KI-Infrastruktur vorantreiben, langfristig riskant sein könnten.

In Anlehnung an die Worte, die wir vor genau einem Jahr über das Jahr 2025 gehört haben, sagte Sarah Friar, CFO von Open AI, dass 2026 das Jahr der praktischen Einführung von KI sein müsse. Dieses Thema wurde von Microsoft-CEO Satya Nadella weiterentwickelt, der den Delegierten sagte, dass der Boom wahrscheinlich ins Stocken geraten würde, wenn die Vorteile der KI nicht breiter verteilt würden.
„Wir als globale Gemeinschaft müssen an einen Punkt gelangen, an dem wir [KI] nutzen, um etwas Nützliches zu tun, das die Lebensumstände von Menschen, Gemeinschaften, Ländern und Branchen verändert“, sagte er, und hat vielleicht auch Recht, wenn er darauf besteht, dass KI einen echten Mehrwert liefern muss und dass ihre Vorteile breit geteilt werden müssen, wenn die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Kosten, die wir alle dafür tragen werden, gerechtfertigt sein sollen. Wir sind uns jedoch uneinig darüber, wer die Verantwortung für die Sicherstellung dieses Ergebnisses tragen sollte.

Panik im AI Valley

„Führen Sie KI JETZT in großem Umfang ein, auch wenn sie noch viele Fehler macht und bei unsachgemäßer Handhabung Ihrem Ruf irreparablen Schaden zufügen kann, denn wenn Sie es nicht tun, werden alle unsicheren finanziellen Grundlagen wie ein Kartenhaus zusammenbrechen, Ihre Altersvorsorge mit sich reißen und DANN WERDEN SIE ES BEREUEN.“

Aus einer bestimmten Perspektive betrachtet, könnten Nadellas Worte als ziemlich bedrohlich empfunden werden.

Betrachtet man die Branche, scheint die Panik gerechtfertigt.Im Silicon Valley sucht man händeringend nach Geschäftsmodellen, um die hohen Investitionen in die KI-Entwicklung zu rechtfertigen.

Zwar sind die Einnahmen gestiegen (2025 verbuchte OpenAI rund 20 Mrd. Umsatz), doch die Investitionen liegen zigmal so hoch; allein im Oktober schoss Softbank 22,5 Mrd. USD nach. Noch sind die Bewertungen hoch (OpenAI ca. 830 Mrd. USD, Anthropic ca. 350 Mrd. USD) und die Investoren bereit, weiter Geld zu versenken. Aber der Wettbewerb wird härter. Nachdem bekannt wurde, dass Apples Siri künftig die Intelligenz von Googles Gemini nutzt, sank die Bewertung Microsofts um 140 Mrd. USD. Tatsächlich hat aktuell Google die Nase vorn.

Fragwürdiger Nutzen

Letzte Woche wurden gleich zwei Studien veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kamen, dass der verstärkte Einsatz von KI-Tools am Arbeitsplatz nicht zu höheren Unternehmensgewinnen führt.

Das ist nicht neu. Bereits letztes Jahr gab es ähnliche Erkenntnisse. So unterschied sich zum Teil die gefühlte von der tatsächlichen Produktivitätssteigerung frappierend. In einer anderen Studie waren die Anwender von der Zuverlässigkeit enttäuscht.

Das Problem ist, dass wir traditionell nicht dem Kunden die Schuld geben, wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht gut oder nützlich genug ist, um Menschen und Unternehmen zum Kauf zu bewegen. Zumindest war das früher so.

Unsere Antwort ist daher eindeutig.

Es kann nicht die Verantwortung der globalen Gemeinschaft sein, KI nützlich zu machen.

Es ist die Verantwortung der Unternehmen, die sie verkaufen.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer Schwester-Website Computing.