MWC 2026: Künstliche Intelligenz als Treiber der digitalen Transformation in der Telekommunikation

Wie sektorübergreifende Zusammenarbeit und robotische Innovationen die Branche revolutionieren

In seiner Eröffnungsrede nannte Vivek Badrinath, Generaldirektor der GSMA, Investitionen in eigenständige Netzwerke sowie den Ausbau des Zugangs zu offener und integrativer KI als Prioritäten. (Bildquelle: MWC)

Die Telekommunikationsbranche hat in den letzten zehn Jahren – und darüber hinaus – zahlreiche Herausforderungen im Zuge der Digitalisierung gemeistert. Diese Erfahrungen bildeten einen idealen Ausgangspunkt für die Gespräche über Künstliche Intelligenz beim MWC in Barcelona. Amanda Brock, selbst Sprecherin auf dem MWC, berichtet über das Open-Telco-AI-Projekt – und über interessante Begegnungen.

Jeder Sektor kann aus seiner digitalen Vergangenheit wertvolle Erkenntnisse ziehen, während wir beobachten, wie KI zunehmend die Welt verändert; besonders relevant ist das jedoch für den Bereich Telekommunikation. Neben den populären Themen wie agentenbasierte KI, Ontologien, Datenmanagement und Kooperation – sowie den typischen Messe-Floskeln und aufsehenerregenden Ständen – gab es auch tiefgründige und weiterführende Diskussionen.

KI öffnet neue Türen für die Telekommunikation

Beim MWC 2026 organisierte die weltweite Industrievereinigung der Mobilfunkanbieter GSMA (Groupe Speciale Mobile Association) einen exklusiven Roundtable, an dem Open-Source-Unternehmen, Netzbetreiber und Telcos teilnahmen, als ersten Schritt für das Projekt "Open Telco AI". Nach einer Präsentation auf der Hauptbühne moderierte Louis Powell, Leiter der KI-Initiative bei der GSMA, eine private Diskussionsrunde und stellte das Projekt vor, das die langfristige Zusammenarbeit zwischen Telekommunikationsunternehmen, KI-Unternehmen und Communities fördern soll.

Im Verlauf öffentlicher und privater Gespräche wurden mehrere zentrale Handlungsfelder herausgestellt:

  1. Entwicklung von Benchmarks speziell für Telekommunikation,
  2. Bereitstellung verlässlicher offener Modelle und Datensätze für Open-Source-Lösungen,
  3. Ermöglichung von Zugang zu nötigen Rechenkapazitäten,
  4. Bündelung und Integration von Ressourcen durch stärkere Vernetzung der KI-Welt mit dem Telekomsektor.

Unternehmen wie China Mobile, Veon und AT&T repräsentierten den globalen Telekommarkt und erkannten die enormen Vorteile gemeinsamer KI-Entwicklung hinsichtlich Kosten und Ergebnissen. Die sektorweite Kollaboration schafft nicht nur Konsens und De-facto-Standards, sondern erleichtert auch den Austausch von Trainingsdaten.

Für nachhaltigen Erfolg müssen zunächst die Zielsetzungen klar definiert werden – diese dienen als Grundlage für die Auswahl geeigneter Erfolgskennzahlen. Mit diesen Vorgaben lassen sich optimale Lösungen entwickeln, wobei die Daten aller Beteiligten für Modelltraining und Agentenkonfiguration genutzt werden.

Mark Austin, VP Data Science bei AT&T, betonte insbesondere die Bedeutung von „Genauigkeit“ und „Treue“ der Modelle, hob aber auch hervor, wie wichtig es ist, dass Modelle bewusst keine Antwort liefern, wenn keine zuverlässige Information vorhanden ist.

Die Gruppe testete verschiedene Modelle von kleiner bis großer Skalierung – unabhängige Chips und Trainingsdaten von 40 Telekom-Unternehmen – und stellte fest, dass sektorspezifische Daten die Leistung erheblich verbessern.

Die gewonnenen Erkenntnisse bringen weitreichende Vorteile für viele Branchen. Zu Beginn steht die Herausforderung, relevante und korrekt formatierte Daten bereitzustellen.

Roboter überall

Das Thema Robotik war auf dem MWC sehr präsent: Im Gegensatz zu früher waren diesmal echte Fortschritte in Verkörperung und realer KI sichtbar. Die Zukunft der Produktion wird maßgeblich von der Verbesserung robotischer Fähigkeiten geprägt sein – auch wenn einige Boxroboter überraschend robust auftraten.

Die besprochenen Herausforderungen gliederten sich in interne Aspekte der Roboterentwicklung und externe Faktoren, die an Yann LeCuns jüngste Beiträge beim AI Impact Summit erinnerten. Die Komplexität der realen Welt steht im starken Kontrast zur relativ einfachen Vorhersagbarkeit, die linguistische Aufgaben wie LLMs bieten.

Erfolgreiche Ansätze entstehen meist dort, wo ein spezifisches Problem klar definiert und von anderen Herausforderungen abgegrenzt wird. Bereits heute liefert die Branche brauchbare Antworten; offen gestaltete Lösungskonzepte haben sich dabei deutlich bewährt.

Amanda Brock ist CEO von OpenUK und Direktorin bei OpenHQ. Der MWC findet seit 20 Jahren in Barcelona statt und wird seit 2008 in seiner jetzigen Form von der GSMA organisiert.

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Bildquelle: OpenHQ

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf unserer Schwester-Website Computing.