AI Workforce Consortium: 78% der wichtigsten IKT-Stellen erfordern technische KI-Kenntnisse

Zugleich rückt menschliche Verantwortung in den Vordergrund

Die gefragtesten IKT-Jobs in den G7-Ländern (Quelle: Cornerstone)

Das AI Workforce Consortium hat für seine Studie ICT in Motion: The Next Wave of AI Integration Stellenanzeigendaten von 50 IKT-Berufen analysiert. KI-Berufe dominieren das Wachstum des Technologiemarktes. Das Konsortium wird von Cisco geleitet und vereint führende Unternehmen wie Accenture, Cornerstone, Eightfold AI, Google, IBM, Indeed, Intel, Microsoft und SAP.

Das AI Workforce Consortium hat seine zweite Studie ICT in Motion: The Next Wave of AI Integration veröffentlicht. Dazu wurden im Zeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 Stellenanzeigendaten von 50 IKT-Berufen auf Cornerstone und Indeed in den G7-Ländern analysiert. Sieben der zehn am schnellsten wachsenden IKT-Berufe haben einen direkten KI-Bezug. In Deutschland sind Software-EntwicklerInnen und KI/ML-EntwicklerInnen die gefragtesten IT-Berufsbilder. Gleichzeitig bestehen kritische Qualifikationslücken in den Bereichen generative KI, LLMs, Prompt Engineering, KI-Ethik und Sicherheit. Eine weitere wichtige Erkenntnis ist, dass menschliche Fähigkeiten wie Kommunikation und Führungsqualitäten zentral für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie bleiben.

„KI verändert die DNA von Jobs und damit auch den Arbeitsmarkt, wie wir ihn kennen“, sagt Svenja Gudell, Chefökonomin bei Indeed. „Bei Indeed ist es unsere Mission, Menschen dabei zu helfen, einen Job zu finden, und das heißt, dass wir dafür sorgen müssen, dass sie Zugang zu den Fähigkeiten und Möglichkeiten haben, die diese neue Ära erfordert. Durch die Zusammenarbeit mit dem AI Workforce Consortium können wir dafür sorgen, dass Innovation und Chancen Hand in Hand gehen, damit mehr Menschen in der Zukunft der Arbeit erfolgreich sein können.“

KI-Berufe dominieren das Wachstum des Technologiemarktes

Der Report erscheint in einer entscheidenden Phase, in der KI Wirtschaft, Gesellschaft und internationale Politik tiefgreifend verändert. Untersucht wurden die 50 am schnellsten wachsenden IKT- und spezialisierten IT-Support-Funktionen in den G7-Ländern (Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und den USA). Die Studie liefert neue Einblicke in KI-spezifische Berufsbilder, regionale Jobtrends sowie die Kompetenzen, die Beschäftigte benötigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

„Die Daten zeigen ganz klar: KI-Fähigkeiten sind für die Jobs von heute unverzichtbar“, sagt Lisa Gevelber, Gründerin von Grow with Google.

78 Prozent der untersuchten Stellen erfordern bereits KI-Fähigkeiten – ein klarer Beleg für den Wandel der Job-Anforderungen in den G7-Ländern. Sieben der zehn am schnellsten wachsenden IKT-Berufe haben einen KI-Bezug, darunter KI/ML IngenieurInnen SpezialistInnen für KI-Risiken & Governance sowie NLP-EntwicklerInnen.

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KI-Arbeitsmarkt in Deutschland

In Deutschland zählen aktuell vor allem Software-EntwicklerInnen, KI/ML-EntwicklerInnen, Embedded Engineers, Cloud Engineers sowie Data Engineers zu den gefragtesten Berufsbildern.

„KI verändert schnell, wie Regierung und Industrie der Öffentlichkeit einen Mehrwert bieten“, sagt Ryan Oakes, Global Health & Public Service Industry Practices Chair bei Accenture. „Um da mitzuhalten, brauchen wir Leute, die sich mit moderner Technik auskennen und die menschlichen Fähigkeiten haben, die das Vertrauen der Öffentlichkeit stärken.”

Wie ernst es Accenture damit ist, beweist das Unternehmen mit seiner Personalpolitik: Wer KI nicht nutzen kann oder will, muss gehen.

Oaks sieht auch die Politik in der Pflicht: “Dieser Bericht fordert Regierungsbehörden auf, gemeinsam mit ihren Partnern aus der Privatwirtschaft in Weiterbildungen zu investieren, die die Kenntnisse im Umgang mit digitalen und KI-Daten erweitern, ethische und sichere KI-Praktiken verankern und das Ökosystem für die Entwicklung öffentlicher Arbeitskräfte stärken, um bessere Ergebnisse für die Gemeinden zu erzielen, denen sie dienen. Auf diese Weise können wir das volle Potenzial unserer Mitarbeiter ausschöpfen und ein Wirtschaftswachstum vorantreiben, von dem alle profitieren.“

In Bereichen wie generative KI, LLMs, Prompt Engineering, KI-Ethik und KI-Sicherheit herrscht akuter Fachkräftemangel.

Ethik- und Governance-Kompetenzen bleiben entscheidend

Die Nachfrage nach Fähigkeiten in KI-Governance ist um 150 Prozent, in KI-Ethik um 125 Prozent gestiegen – ein deutliches Signal für die wachsende Bedeutung von Expertise an der Schnittstelle von Technologie, Recht und Ethik.

„Es ist unerlässlich, KI auf der Grundlage höchster Sicherheits- und Ethikstandards so bereitzustellen, dass die Compliance im gesamten Unternehmen optimiert wird“, sagte Andre Bechtold, President von SAP Industries & Experiences.

Deutschland zählt zu den Ländern mit der größten Nachfrage nach SpezialistInnen für Risiken und Governance rund um KI. Gleichzeitig werden in Deutschland und weltweit Soft Skills wie Kommunikation, Teamarbeit und Führungsstärke immer wichtiger, um KI verantwortungsvoll einzusetzen.

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Fran Katsoudas, Chief People, Policy & Purpose Officer bei Cisco.

„Auch wenn KI unsere Welt und unsere Art zu arbeiten verändert, steht der Mensch weiterhin im Mittelpunkt“, sagt Francine Katsoudas, Chief People, Policy & Purpose Officer bei Cisco. „Der diesjährige Bericht zeigt, dass KI-Fähigkeiten spannende neue Chancen eröffnen. Doch erst die Kombination aus technischem Know-how und menschlichen Stärken wie Zusammenarbeit und Führung wird wirklich eine bessere Zukunft ermöglichen. Unser Ziel ist es, eine Arbeitswelt zu schaffen, die bereit ist für diese neue Ära des Wachstums – und allen Menschen die Chance zu geben, zu lernen, einen Beitrag zu leisten und davon zu profitieren.“

Umsetzbare Erkenntnisse und Skalierbare Rahmenbedingungen

Das AI Workforce Consortium ist eine gemeinsame Initiative von zehn globalen Unternehmen, darunter Accenture, Cisco, Google, IBM, Intel, Microsoft und SAP. Es arbeitet mit Organisationen wie DIGITALEUROPE, der European Vocational Training Association und SMEUnited zusammen. Das Ziel ist es, Arbeitskräfte auf die transformativen Auswirkungen von KI auf Stellen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in verschiedenen Branchen vorzubereiten.

„Wie bereiten Sie Ihre Mitarbeiter auf die rasanten Veränderungen vor, die KI mit sich bringen wird?“, fragte Himanshu Palsule, Chief Executive Officer von Cornerstone. „Aus dem diesjährigen Bericht und früheren Analysen wissen wir, dass die Anforderungen an Fähigkeiten und Arbeitsplätze im Bereich KI exponentiell steigen und weiter zunehmen werden. Die Nachfrage nach KI in technischen Berufen bringt jedoch auch einen steigenden Bedarf an menschlichen Fähigkeiten mit sich und macht es für Unternehmen dringend erforderlich, ihre Belegschaft für die Zukunft zu entwickeln. Die Vorbereitung von Unternehmen und ihren Mitarbeitern auf diese Kultur der Agilität und Anpassungsfähigkeit wird für den Erfolg und den Fortbestand von Unternehmen entscheidend sein.“

„KI-Fähigkeiten sind in allen Branchen schnell von optional zu unverzichtbar geworden und gelten jetzt als die neue Währung der Innovation“, sagt auch Justina Nixon-Saintil, VP und Chief Impact Officer bei IBM. „Die Unternehmen, die jetzt investieren, werden die Zukunft bestimmen.“

Das Konsortium konzentriert sich darauf, umsetzbare Erkenntnisse und skalierbare Rahmenbedingungen zu liefern, um den sich wandelnden Anforderungen von KI-gesteuerten Aufgaben gerecht zu werden. Es legt den Schwerpunkt darauf, Qualifikationslücken zu schließen und Fachkräften die notwendigen Werkzeuge an die Hand zu geben, um in einer KI-gestützten Zukunft erfolgreich zu sein. Zu den Initiativen und Ressourcen des Konsortiums gehörnen:

„Der Bericht 2025 zeigt, wie schnell Unternehmen Talente einstellen und weiterbilden, um KI-Initiativen zu unterstützen“, sagt Ashutosh Garg, Mitbegründer und CEO von Eightfold AI. „Allerdings ist es wichtig, dass Unternehmen bei KI-Initiativen Unterstützung auf Führungsebene und ein menschenzentriertes Design haben, um die gewünschten transformativen Ergebnisse zu erzielen. Sonst scheitern diese Initiativen oft an schlechten Akzeptanzraten und setzen Unternehmen erheblichen ethischen und governancebezogenen Risiken aus, von denen sie sich nur schwer erholen können. Das Playbook des AI Workforce Consortium ist ein super Leitfaden, der Unternehmen dabei hilft, solide Initiativen umzusetzen.“

Wachsende Nachfrage nach spezialisierten KI-Fähigkeiten

Der Trend von Chatbots hin zu KI-Agenten kurbelt die weltweite Nachfrage nach Fähigkeiten in den Job-Bereichen KI-Sicherheit (+298 %), Anpassung von Basismodellen (+267 %), verantwortungsvolle KI (+256 %) und Multi-Agenten-Systeme (+245 %) an.

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Berlin, ein globales KI-Zentrum; München im Aufwind

Tech-Hubs beschleunigten das Wachstum von KI-Arbeitsplätzen. An der Spitze der globalen Technologiezentren steht das Silicon Valley, das eine Zunahme von 156 Prozent bei KI-Stellen verzeichnet, gefolgt von London (+132 %), Toronto (+118 %) und Berlin (+104 %). Damit festigen sie ihre Rolle als globale KI-Zentren. Neue Tech-Hotspots wie Manchester, Lyon und Vancouver liegen mit jeweils über 70 Prozent Wachstum ebenfalls im Aufwind, während München mit 68 Prozent knapp dahinter liegt.

„Das Bewusstsein für KI und ihre Akzeptanz nehmen weltweit weiter zu und schaffen neue Möglichkeiten, die Produktivität zu steigern, Arbeitsabläufe zu optimieren und Innovationen voranzutreiben“, sagt Greg Ernst, Corporate Vice President und Chief Revenue Officer bei Intel. „Um diese Chancen voll auszuschöpfen, ist ein dynamisches Ökosystem für KI-Ausbildung und Personalentwicklung unerlässlich.“