Exklusiv: Gehälter (IT) in der Operativen Ebene 2026

Verdienen Sie, was Sie wert sind?

Bild: Getty Images / Credits: Jakob Wackerhausen

Die IT-Branche profitiert von der kontinuierlichen Entwicklung der Technologie – und dem Boom der KI – vom Kostenfaktor zum Wachstumsmotor. Das zeigt sich auch bei den IT-Gehältern, die kontinuierlich – über die Inflationsrate hinaus – steigen. Aber welche Berufe werden am besten bezahlt?

Wir haben dazu aktuelle Gehaltsinformationen untersucht, die Computing exklusiv von der IT-Personalvermittlungsagentur Harvey Nash erhalten hat. Die Auswertung wurde durch öffentliche Daten von Jobbörsen wie Indeed, StepStone, Kununu, Randstad und Glassdoor untermauert.

Nachdem wir in Teil I die Gehälter im C-Level betrachtet haben, ist im zweiten Teil der Maschinenraum dran. Doch zunächst geht es noch einmal um eine Führungskraft.

Das mittlere Management

IT wird nicht einfach von oben nach unten geführt, sondern ist in alle Ebenen des Unternehmens integriert und benötigt technische Anleitung, um Ergebnisse zu erzielen. Vor diesem Hintergrund haben wir auch die Durchschnittsgehälter für operative Positionen außerhalb der Teppich-Etage untersucht. Insgesamt sind die Gehaltsunterschiede auf operativer Ebene geringer. Bevor wir uns aber dem eigentlichen Maschinenraum widmen, beginnen wir mit einer Führungskraft.

Obwohl der IT-Leiter nicht zur C-Ebene gehört, ist er dennoch eine strategisch wichtige Position. Er leitet die technischen Aktivitäten eines Unternehmens und stellt sicher, dass die Projekte mit den Geschäftszielen übereinstimmen. Sein Durchschnittsgehalt beträgt 137.000 £ (Harvey Nash).

In Deutschland liegt das Gehalt eines IT-Leiters im Durchschnitt zwischen 85.000 € und 125.000 € brutto pro Jahr. Während erfahrene Führungskräfte in großen Unternehmen oft die 150.000 €-Marke durchbrechen, steigen IT-Manager in kleineren Betrieben häufig bei etwa 70.000 € ein. Ein wesentliches Kriterium ist die Personalverantwortung. Während ein IT-Leiter ohne Personalverantwortung selten die 100.000er-Marke knackt, können ihre Pendants schon mit kleineren Teams wesentlich mehr rausholen. Bei Teams mit mehr als 50 Mitarbeitenden beginnt der Spielraum bei 140.000 €. Am meisten wird derzeit in den Bereichen Banken und Versicherungen, in der Pharmaindustrie und im Automotive-Sektor gezahlt. In den Hotspots München, Frankfurt am Main und Stuttgart liegen die Gehälter 15-20 % höher.

Obwohl die Position des IT-Leiters oft synonym mit der des IT-Managers verwendet wird, gibt es Unterschiede zwischen beiden. Während der IT-Leiter meist die strategische Gesamtverantwortung trägt, steuert der IT-Manager häufig operative Teams. Sein Gehalt ist mit 74.000 € bis 103.000 € etwas niedriger als das des IT-Leiters. IT-Manager in hochkritischen Bereichen wie Cybersecurity oder Cloud-Infrastruktur erzielen höhere Abschlüsse als ihre Kollegen z. B. im IT-Support oder Service-Management.

Die operative Ebene

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Im Maschinenraum (Bild: Getty Images / Credits: gorodenkoff)

Außerhalb der Führungsetage ist es nicht überraschend, dass KI-/ML-Ingenieure mit einem Durchschnittsgehalt von 115.900 £ (Harvey Nash) die höchsten Vergütungen erhalten. Diese spezifische Position gibt es zwar nicht auf Indeed, aber die Website listet AI-Entwickler mit einer durchschnittlichen Vergütung von 70.679 £ auf. In Deutschland steigen Junioren durchschnittlich bei 70.000 € ein; die untere Grenze liegt bei ca. 55.000 €. Senioren mit mehr als 8 Jahren Erfahrung können bis zu 180.000 € erzielen. Auch hier gehören wieder München und Berlin zu den Hotspots. Spezialisierungen wie in Large Language Models (LLMs) oder ein Master bzw. PhD in Informatik oder Mathematik mit Schwerpunkt KI/ML helfen, in der Verhandlung mehr herauszuholen.

Als Nächstes folgen die spezialisierteren Positionen des Site Reliability Engineers (Harvey Nash: 112.600 £ / Indeed: 74.900 £; 309 Stellenanzeigen) und des Plattform-Ingenieurs (Harvey Nash: 96.000 £ / Indeed: 64.370 £; 785 Stellenanzeigen). In Deutschland verdient ein Site Reliability Engineer (SRE) im Durchschnitt zwischen 81.000 € und 86.000 €. Auch hier ist die Gehaltsspanne stark von der Berufserfahrung und dem Standort (die üblichen Hotspots) abhängig: Junior-SREs steigen mit ab rund 60.000 € ein, Senior-Experten erzielen regelmäßig Gehälter von 115.000 € bis über 125.000 €. Ähnlich sieht es bei den Platform Engineers aus: Die Durchschnittsgehälter liegen zwischen 75.000 € und 95.000 €. SRE und Platform Engineers profitieren noch von einem ganz besonderen Bonus: Hier sind mittlerweile fast im Standard 100% Remote-Work möglich. Da sich die Gehälter eher an den Hot Spots orientieren, bedeutet das einen effektiven Reallohnzuwachs für Arbeitnehmer in günstigeren Regionen. Nachweisbare Erfahrung mit Cloud-Plattformen (AWS, GCP, Azure), Infrastructure-as-Code sowie Orchestrierungstools wie Kubernetes garantiert die höchsten Löhne – für beide.

Interessant in dem Zusammenhang ist eine Entwicklung der letzten zwei Jahre. Während sich die Gehälter klassischer DevOps-Rollen kaum verändert haben, erzielen SREs und Platform Engineers aufgrund der höheren Komplexität und einer direkten Business-Relevanz signifikante Gehaltssteigerungen (laut Hakia 15-25 %).

Nicht zu vergessen sind auch die Softwareentwickler, die ein durchschnittliches Gehalt von 79.060 £ verdienen, oder 54.200 £ auf Indeed für die Position des Full-Stack-Entwicklers (3.300 Stellenangebote), sowie die Datenwissenschaftler, die Daten interpretieren, um Unternehmen bei ihren Entscheidungen zu unterstützen. Diese wichtige Position hat ein Durchschnittsgehalt von 91.000 £ (Harvey Nash) / 55.270 £ (Indeed). In Deutschland liegen die Gehälter je nach Erfahrung, Tech-Stack (Backend, Frontend, Datenbank, Fullstack), Sprache (JavaScript/TypeScript, Python, C#, .NET, ...), Standort (die üblichen Verdächtigen), Spezialisierung (Cloud-Nativ, Embedded, ...) und Unternehmensgröße zwischen 45.000 € und 160.000 €. Entwickler, die neuere Sprachen wie Rust, Go bzw. Golang oder Scala beherrschen, erzielen aktuell die höchsten Gehälter. Allerdings können erfahrene Entwickler in sterbenden oder sehr alten Sprachen wie COBOL oder Fortran z. B. in der Banken- und Versicherungsbranche ebenfalls sehr hohe Gehälter erzielen, da die Systeme kritisch sind, aber kaum einer mehr den Code versteht.

Ebenfalls begehrt sind Fachkräfte für IT-Sicherheit. Die Gehälter für Cybersicherheitsexperten in Deutschland sind in den letzten zwei Jahren kontinuierlich gestiegen: je nach Spezialisierung zwischen 4 % und 7 % pro Jahr. Experten in Nischenbereichen wie Cloud Security, Identity & Access Management (IAM) und Incident Response verzeichneten überdurchschnittliche Gehaltssprünge. Im Schnitt liegen die Gehälter derzeit bei knapp 64.000 €. Hochspezialisierte Rollen wie Security Architects können Gehälter von bis zu 130.000 € erzielen. Fachkräfte, die Cybersicherheit mit künstlicher Intelligenz (KI/ML) kombinieren können, verdienen laut Berichten von Robert Walters oft 20–30 % mehr als Kollegen ohne diese Zusatzqualifikation.

Schließlich gibt es noch den Datenschutzbeauftragten, eine Compliance-Funktion im Technologiebereich, der dafür verantwortlich ist, dass ein Unternehmen Gesetze wie die DSGVO einhält. Nicht jedes Unternehmen muss einen Datenschutzbeauftragten haben, aber für diejenigen, die dazu verpflichtet sind – meist im öffentlichen Sektor – ist dies unerlässlich.

Der durchschnittliche Datenschutzbeauftragte verdient ein Gehalt von 52.500 £ bzw. 48.070 £ laut Indeed. In Deutschland sind Gehälter zwischen 40.000 € (Berufseinsteiger) und 75.000 € (mit juristischen Abschlüssen) möglich. Wer es in diesem Bereich eine Etage höher schafft – ins C-Level – kann mit 90.000 € bis 120.000 € rechnen. Die Rolle des Chief Privacy Officers (CPO) ist vor allem in großen, international tätigen Konzernen im Kommen.

Fazit: Komplexität vor Unternehmensgröße

Zwar bleibt die Unternehmensgröße der stärkste Hebel für das Grundgehalt, jedoch gewinnen variable Anteile an Bedeutung. Bonus-Strukturen, die an messbare Digitalisierungsfortschritte oder Resilienz-Quoten gekoppelt sind, machen mittlerweile bis zu 30 % des Gesamtpakets aus. Zudem zeigt sich ein starkes Stadt-Land-Gefälle: In Metropolen wie Berlin, München oder Frankfurt liegen die Gehälter nicht nur im C-Level-Bereich durchschnittlich 15–20 % über dem Bundesdurchschnitt.

Der Fachkräftemangel in allen Bereichen, insbesondere auf der Führungsebene, hat die Verhandlungsmacht Jobsuchender gestärkt. Wer die Schnittstelle zwischen Technologie, Sicherheit und Geschäftsnutzen beherrscht, findet aktuell ein Marktumfeld vor, das Expertise so hoch dotiert wie nie zuvor.

Haftungsausschluss und Vorbehalte

Bei der Verhandlung von Gehältern spielen viele Faktoren eine Rolle. Dazu gehören Standort, Branche, Größe des Unternehmens, Berufserfahrung, Qualifikationen und die Struktur des Gesamtpakets. Die oben genannten Zahlen spiegeln den Durchschnitt aller Gehälter wider. Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die angegebenen Löhne auf Brutto-Zahlungen mit variablen Anteilen ohne Boni wie Dienstwagen, Mobilitätszulage, Altersvorsorge oder Aktienpakete. Für das Ergebnis der Gehaltsrechner und –vergleiche wurden nur Informationen aus zum Zeitpunkt der Abfrage ausgeschriebenen Stellen der jeweiligen Stellenbörse mit derselben Berufsbezeichnung berücksichtigt. Dadurch ist es wahrscheinlicher, dass es durch Ausreißer beeinflusst wird, insbesondere bei Positionen auf C-Level oder bei neuen Berufsbildern, für die möglicherweise weniger Stellen ausgeschrieben sind.

Computing nutzte vom 6. bis 13. Februar 2026 das Gehalts-Tracker-Tool von Indeed sowie die Gehaltsvergleiche bzw. Gehaltsrechner von Randstad, Stepstone und Glassdoor für seine Analyse sowie öffentlich verfügbare Informationen von Kununu, Robert Half, Experteer und stellenanzeigen.de.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer Schwester-Website Computing.