Nachhaltigkeit ist für Tech-Einkäufer wichtig, aber die Kosten bleiben oberste Priorität
Wie können Partner und Lieferanten Einkäufern helfen, ESG im Blick zu haben?
Obwohl sie in den Kulturkampf hineingezogen wurden, bleiben Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards (ESG) ein wichtiger Aspekt für Unternehmen, schon allein deshalb, weil sie für Anleger ein wichtiger Aspekt bleiben.
Unsere jüngste Untersuchung von IT-Trends deutet jedoch darauf hin, dass es noch andere Gründe dafür gibt, dass Tech-Entscheidungsträger Kaufentscheidungen mit Nachhaltigkeit treffen, wenn nicht ganz oben auf ihrer Prioritätenliste, so doch in den drei wichtigsten Kriterien.
Auf die Frage, was ESG in ihren Unternehmen antreibt, nannte mehr als die Hälfte (56 %) der IT-Führungskräfte eine einfache Motivation, das Richtige zu tun. Zugegebenermaßen hatten 32 % Kosteneinsparungen im Auge (was sicherlich mit einer Strategie zur Reduzierung von Verschwendung zusammenhängt), während die Einhaltung der Best Practices der Branche der dritthäufigste Faktor war.
Dies deutet darauf hin, dass Branchenstandards wichtig sind und ein wirksames Mittel sind, um einzelne Organisationen zu ermutigen, die Messlatte höher zu legen.
Interessanter ist, wie weit unten die Liste der Antworten sowohl der Gesetzgebung als auch der branchenspezifischen Vorschriften steht, was darauf hindeutet, dass einzelne Organisationen und Einzelpersonen den Gesetzgebern und Regulierungsbehörden bei den von ihnen festgelegten Nachhaltigkeitsstandards weit voraus sind.
Nachhaltigkeit ist wichtig - aber die Kosten spielen eine größere Rolle
Es ist auch klar, dass Unternehmen zahlreiche Maßnahmen ergreifen, um ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren. Mehr als ein Drittel - 36 % - bewertet alle neuen Lieferanten und Verträge anhand von Nachhaltigkeitskriterien, und 32 % überprüfen und analysieren Prozesse, um zu sehen, wie sie nachhaltiger gestaltet werden können. Kleine, aber bedeutende 22 % waren auf dem Markt für neue Technologien, die es ihnen ermöglichten, ihren betrieblichen Fußabdruck zu reduzieren.
Die mit Abstand beliebteste Maßnahme war jedoch die Abfallreduzierung – der offensichtliche Grund dafür ist, dass die Reduzierung von Abfall auch die Kosten senkt. Es ist die einzige Umweltmaßnahme, die ergriffen werden kann und die nichts kostet.
Die von uns befragten Führungskräfte sagten uns, dass Ethik zwar wichtig ist, die Kosten aber eine größere Rolle spielen. Bei der Auswahl von Partnern und Lieferanten gaben nur fünf Prozent an, dass Nachhaltigkeit wichtiger ist als die Kosten. Für 29 % hatten die beiden Imperative das gleiche Gewicht, aber für den Rest waren die Kosten der wichtigste Aspekt.
Was wünschen sich Entscheidungsträger?
Die Antwort auf diese Frage besteht aus zwei Teilen, von denen sich der erste auf die Lösungen und Technologien bezieht, die Unternehmen in Betracht ziehen, um ihnen zu helfen, nachhaltiger zu werden.
Wie wir sehen können, schauen sich Unternehmen Rechenzentren genau an. Computing veröffentlicht jährliche Forschungsergebnisse zur Cloud-Nachhaltigkeit, die in diesem Jahr erweitert werden, um Lösungen wie Truesdale Infrastructure-as-a-Service von Lenovo zu berücksichtigen, die mit den drei großen Hyperscale-Public-Cloud-Giganten konkurrieren.
Andere beliebte Lösungen waren die Reduzierung des Wasser- und Energieverbrauchs und eine Umstellung auf erneuerbare Energien - auch hier könnten beides Maßnahmen Geld sparen. Die schiere Bandbreite der Lösungen spiegelt die Vielfalt der in unserer Studie vertretenen Arten von Organisationen wider, wobei die Verlagerung auf Elektro- und Wasserstofffahrzeuge, Batterietechnologie und die Optimierung der Lieferkette zu beobachten ist.
Das Potenzial von KI für positive Auswirkungen wurde auch hier deutlich, wobei KI-gestützte Tools, intelligente Technologien und Analysen zur Optimierung von Betriebsabläufen sowie der Einsatz von KI zum Aufbau digitaler Zwillinge genannt wurden. Computing hat im letzten Jahr mehrere Artikel über den Einsatz von KI für genau diesen Zweck veröffentlicht.
KI-Technologien zeigen bereits jetzt ein immenses Potenzial, die Auswirkungen der Grundstoffindustrien zu verringern und damit die CO2-Emissionen von Gebäuden zu reduzieren und intelligentere, weniger schädliche Wege zur Kühlung oder Beheizung dieser Gebäude zu finden.
Was erwarten Käufer, die nach solchen Lösungen suchen, von Partnern und Lieferanten? Zusammenfassend lässt sich sagen: prägnante Daten und Transparenz. Hier eine Auswahl von Vorschlägen:
- „Klare, transparente Berichterstattung“
- „Belegen Sie Ihre Behauptungen”
- „Viel mehr Ehrlichkeit und wirklich aussagekräftige Informationen statt Marketing-Slogans”
Einige Antworten schlugen ein Standard- oder Vertrauenssiegel wie B Corp vor, viele andere wiesen auf die Notwendigkeit von Daten in einer mit denen der Wettbewerber vergleichbaren Form und einer Art Industriestandardisierung hin. Aus diesem Grund hat Computing überhaupt erst begonnen, diesen Bereich zu untersuchen, denn oft werden Daten so bereitgestellt, dass ein aussagekräftiger Vergleich nahezu unmöglich ist.
Für Anbieter von eher physischen Produkten bestand auch Bedarf an besserer Reparierbarkeit der Produkte, Daten zum Lebenszyklus, Daten zu Entsorgungskosten usw. Zum Beispiel:
- „Recht auf Reparatur“
- „Bereitstellung vollständiger Angaben zum Produktzyklus, einschließlich klarer Angaben zu den Kosten am Ende der Lebensdauer, z. B. Entsorgungskosten für Hardware”
- „Ein klares Trade-In- oder Rücknahmeprogramm für Altgeräte wäre gut, damit die Wartung/Entsorgung Teil des Kaufprozesses des nächsten Artikels wird.”
Diese Umfrage wurde im Januar 2024 unter 173 britischen IT-Führungskräften durchgeführt.
Dieser Artikel erschien ursprünglich auf unserer Schwester-Website Computing