OpenAI-Studie enthüllt, was 700 Millionen ChatGPT-Nutzer wirklich mit dem Tool machen
Auswertung der Daten von 2,6 Milliarden täglicher Chat-Nachrichten
OpenAI hat die erste groß angelegte Analyse darüber veröffentlicht, wie Menschen ChatGPT tatsächlich nutzen, und bietet damit einen seltenen Einblick in das Verhalten seiner 700 Millionen Nutzer.
Die Studie, die gemeinsam mit dem Harvard-Ökonomen David Denning durchgeführt und als Arbeitspapier des National Bureau of Economic Research veröffentlicht wurde, stützt sich auf interne Daten von 2,6 Milliarden täglichen Chat-GPT-Nachrichten. Im Gegensatz zu früheren umfragebasierten Studien liefern die Ergebnisse einen direkten Einblick in die praktische Anwendung des weltweit am häufigsten verwendeten großen Sprachmodells.
Der Bericht zeigt, dass ChatGPT weiterhin rasant wächst und im Jahr 2025 die Zahl der wöchentlich aktiven Nutzer die Marke von 700 Millionen überschreiten wird – das entspricht fast 10% der erwachsenen Weltbevölkerung.
Das Nachrichtenvolumen ist von 451 Millionen pro Tag im Juni 2024 auf 2,6 Milliarden ein Jahr später gestiegen.
OpenAI stellt jedoch fest, dass das Engagement der Langzeitnutzer stagniert und der größte Teil des Wachstums auf Neuanmeldungen zurückzuführen ist. Die Aktivität pro Nutzer entwickelte sich nach der Einführung des Modells Ende 2024 und Anfang 2025 nicht weiter, was darauf hindeutet, dass es eine Obergrenze dafür gibt, wie viel Nutzen etablierte Nutzer täglich aus dem Werkzeug ziehen können.
Eine sich wandelnde Demografie
Die Studie hebt auffällige demografische Veränderungen hervor. Fast die Hälfte (46%) der Nutzer, die ihr Alter angegeben haben, sind zwischen 18 und 25 Jahre alt, was auf eine besonders starke Akzeptanz bei jüngeren Kohorten hindeutet.
Auch die Geschlechterverteilung hat sich verändert: Während die Nutzung anfangs stark männlich dominiert war, stellen Frauen nun eine leichte Mehrheit (52,4 %) dar.
Trotz des Fokus der Branche auf Produktivität stellte OpenAI fest, dass die Mehrheit der ChatGPT-Nutzung eher persönlicher als beruflicher Natur ist. Nicht arbeitsbezogene Eingaben stiegen von 53% aller Aktivitäten Mitte 2024 auf über 72% ein Jahr später.
Es ist unklar, wie viele dieser privaten Chat-GPT-Nutzer die kostenlose Version nutzen, anstatt ein monatliches Abonnement für erweiterte Funktionen zu bezahlen.
Am Arbeitsplatz bleibt das Schreiben die wichtigste Aufgabe: 42% der arbeitsbezogenen Eingaben betreffen die Hilfe beim Verfassen oder Bearbeiten von Texten. Weitere wichtige berufliche Anwendungsbereiche sind die Informationsbeschaffung (13,5%) und die Entscheidungsunterstützung (14,9%), wofür Mitarbeiter das Modell als eine Art digitalen Berater konsultieren.
Die Schreibhilfe ist mit 28% aller Konversationen die größte Einzelkategorie aller Anwendungsfälle. Dabei geht es meist um das Bearbeiten oder Kritisieren von Texten und weniger um das Verfassen neuer Inhalte, wobei auch Übersetzungen und persönliche Korrespondenz eine wichtige Rolle spielen.
Unterdessen hat die Informationssuche stetig zugenommen und ist von 14% der Konversationen im Juni 2024 auf fast ein Viertel (24,4%) bis Mitte 2025 gestiegen. Diese Verschiebung positioniert ChatGPT als wachsenden Konkurrenten zu traditionellen Suchmaschinen. Allerdings ist das Tool (noch) anfällig für sachliche Fehler.
Dieser Artikel erschien ursprünglich auf unserer Schwester-Website Computing.