Warnung: Mit feindlichen Grüßen aus Pjöngjang
In einem Hinweis, den das Bundesamt für Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst (BND) gemeinsam mit Sicherheitsbehörden in Japan, den USA und Australien veröffentlicht haben, wird vor nordkoreanischen Aktivitäten gewarnt, die auch auf deutsche IT-Fachleute abzielen.
Die Sicherheitsbehörden Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), Bundesnachrichtendienst (BND) und mehrere internationale Sicherheitsbehörden warnen in dem Papier davor, dass der totalitäre Staat Nordkorea im großen Stil Schadsoftware in die Computer von IT-Fachkräften einschleust, um Geld zu erbeuten. Auch Spionage und der Diebstahl geistigen Eigentums können weitere Motive für die Attacken sein. Hinter den Angriffen steht den Sicherheitsbehörden zufolge die Gruppe „Waterplum“, die unter Experten auch unter dem Namen „Contagious Interview“ bekannt ist. Nach Angaben der Behörden ist es der Gruppe bereits gelungen, zehntausende Geräte mit Schadsoftware zu infizieren.
IT-Freiberufler sollten aufpassen
IT-Fachkräfte wie etwa freiberufliche Softwareentwickler werden über soziale Medien, Job-Plattformen oder Internet-Marktplätze kontaktiert. Ihnen werden Aufträge angeboten, um vermeintlich für KI-Firmen oder Unternehmen aus der Kryptobranche an Projekten teilzunehmen. Im Verlauf des vermeintlichen Online-Bewerbungsprozesses soll der Job-Interessent eine Aufgabe erfüllen, für die vorab eine Datei heruntergeladen werden muss. Diese enthält ein Schadprogramm. Sobald sich die Angreifer damit Zugang zum System des Betroffenen verschafft haben, stehlen sie sensible Daten und – sofern vorhanden - Kryptowährung. Trojaner halten außerdem Zugangswege für weitere Angriffe auf andere Systeme des Opfers aufrecht.
Besondere Vorsicht vor angeblichen IT-Spezialisten
Parallel setzt Nordkorea den Angaben zufolge auf eine andere Kampagne, zu der es bereits im Herbst 2024 einen öffentlichen Hinweis gab. Nordkoreanische IT-Spezialisten versuchen hierbei, sich unter falscher Identität Arbeitsplätze als Remote-Entwickler bei Unternehmen zu beschaffen. Auch hier geht es darum, Zahlungen zu erhalten und Geld für den nordkoreanischen Staat zu beschaffen. Um nicht als Nordkoreaner sichtbar zu werden, verbergen sich die asiatischen Fachkräfte hinter Laptop-Farmen, die in anderen Ländern angesiedelt sind. Einladungen zu persönlichen Gesprächen versuchen sie unter allen Umständen zu vermeiden.