Ausgaben für generative KI verdoppeln sich auf 11,5 Milliarden Euro

Deutschland investiert deutlich mehr in Künstliche Intelligenz und generative KI treibt das Wachstum. Im laufenden Jahr verdoppeln sich die Ausgaben für Gen AI voraussichtlich auf 11,5 Milliarden Euro, nach 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Für 2027 wird ein weiteres Wachstum des KI-Marktes um 40 Prozent erwartet.

Wachstum und Wandel durch KI: Wissensintensive Büro- und Verwaltungsberufe sind stark durch Sprach- und Text-KI exponiert. (Foto: StockSnap/Pixabay)

Von einer KI-Blase kann in Deutschland keine Rede sein, denn Marktvolumen und Nutzung nehmen kontinuierlich zu. Der gesamte KI-Markt aus Software, Services und Hardware wächst um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro, nach 19,4 Milliarden Euro in 2025. Generative KI, (z.B. ChatGPT, Anthropic Claude, Microsoft Copilot, Google Gemini), hat inzwischen einen Anteil von 40 Prozent an allen KI-Ausgaben.

Die Zahlen basieren auf Angaben des Digitalverbands Bitkom auf Grundlage von Daten des Marktforschungsunternehmens IDC aus dem IDC Worldwide AI and Generative AI Spending Guide. Anlass der Veröffentlichung war das gestern beendete AI, Data and Quantum Summit (AIDAQ) in Berlin. "Bei KI erleben wir den Übergang von der Experimentierphase zu einem breiten Einsatz. In Unternehmen jeder Größe und in allen Branchen werden KI-Anwendungen genutzt. Sie machen Produkte besser und Prozesse schneller", fasst Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst zusammen.

Den größten Anteil an den Ausgaben hat KI-Software mit 16,0 Milliarden Euro, ein Plus von 65 Prozent. Auf Dienstleistungen rund um KI entfallen 6,8 Milliarden Euro (plus 30 Prozent), auf Hardware 5,8 Milliarden Euro (plus 32 Prozent). Auch im kommenden Jahr soll der Markt weiter massiv zulegen: Für 2027 werden IDC zufolge Ausgaben von 40,3 Milliarden Euro erwartet, was einem Zuwachs von etwa 40 Prozent entspräche.

Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) verändert schrittweise den deutschen Arbeitsmarkt. Laut aktuellen Studien (wie vom IAB - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie dem Kiel Institut) kommt es bislang zu keinem flächendeckenden Rückgang der Gesamtbeschäftigung. Dennoch hat ähnlich wie zu Beginn der Industrialisierung und in der Phase der Automatisierung im 20. Jahrhundert ein tiefgreifender Wandel eingesetzt, der Berufsbilder stark verändern und auch vernichten wird.

Effekte auf den Arbeitsmarkt

Wandel statt Wegfall: Statt kompletter Berufe verändern sich vor allem einzelne Tätigkeiten und Jobprofile. Routineaufgaben in Verwaltung, Textbearbeitung oder Datenanalyse werden automatisiert.

Produktivitätsgewinne: KI wirkt als Unterstützungswerkzeug, das mühsame Routinearbeit übernimmt. Das kann die Wertschöpfung in Deutschland ankurbeln und sich somit positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken.

Höherqualifizierung von Mitarbeitenden: Der Bedarf an analytischen, kommunikativen und technischen Fähigkeiten steigt, weshalb gezielte Weiterbildung und Umschulung an Bedeutung gewinnen.

Betroffenheit nach Branchen: Wissensintensive Büro- und Verwaltungsberufe sind stark durch Sprach- und Text-KI exponiert, während Handwerk und Pflege aufgrund des physischen und sozialen Charakters der Tätigkeiten weniger direkt betroffen sind.

Herausforderungen für Berufseinsteiger: Aktuelle Analysen zeigen, dass vor allem jüngere Berufsanfänger in stark KI-exponierten Bereichen einen hohen Anpassungsdruck wahrnehmen, während die Nachfrage nach erfahrenen Fachkräften oft stabil bleibt.

"Bedrohung von Jobs durch KI" bedeutet bislang eher selten, dass ein kompletter Berufszweig ersatzlos ausstirbt. Allerdings fallen häufig Routineaufgaben weg, während der Fokus der Beschäftigten auf komplexere Beratung, Qualitätskontrolle und die Steuerung der KI-Systeme umgelenkt wird.

Medienbranche erneut vor tiefgreifendem Wandel

Ein Beispiel hierfür sind die Medienberufe. Sie erleben durch generative KI keinen einfachen Wegfall, doch es kommt zu einem fundamentalen Strukturwandel der täglichen Arbeit. Laut dem Reuters Institute Report 2026 setzen bereits über 80 % der Medienhäuser KI-Technologien strategisch ein.

Die größte Veränderung betrifft die Arbeitsweise. Viele Journalisten mutieren zunehmend zu Managern und Kuratoren von KI-Systemen. Die Friedrich-Ebert-Stiftung betont, dass Fähigkeiten wie das „Prompting“ (Befehlseingabe an KI) sowie KI-Ethik zu neuen Schlüsselkompetenzen in Redaktionen werden. Das wirtschaftliche Risiko: Während wenige Spitzenjournalisten und Spezialisten weiterhin gefragt sind, geraten freie Journalisten und Generalisten im Bereich Content-Marketing und Online-Massenmedien unter enormen Honorar- und Spardruck, da Verlage versuchen, die Produktionskosten pro Artikel drastisch zu senken.