NIS2: Traditionsreicher Sekthersteller geht mit gutem Beispiel voran
Traditionskellerei Rotkäppchen-Mumm setzt auf moderne OT-Sicherheit in der Produktion
Rotkäppchen-Mumm setzt auf moderne OT-Sicherheit, um Schwachstellen in seiner hochkomplexen Produktionsumgebung zuverlässig zu identifizieren – und zu beheben. Die von der Leipziger WBS IT-Service GmbH (WBS) implementierte Lösung sorgt zudem für einen NIS2-konformen Betrieb.
Der Schutz der Produktivsysteme vor externen Angriffen hatte bei Rotkäppchen-Mumm schon immer einen hohen Stellenwert. Mit der NIS-Verordnung, die eigentlich seit Oktober 2024 umgesetzt sein sollte, hat das Thema Sicherheit ein neues Maß an Brisanz erhalten: „Als Hersteller von Nahrungsmitteln und Roh-Alkohol sind wir gleich doppelt von der NIS2 betroffen. Um der risikobasierten Ausrichtung der Richtlinie gerecht zu werden, entschieden wir uns, im ersten Schritt die unternehmensweite Schwachstellen-Analyse in den Fokus zu rücken – und evaluierten die auf dem Markt verfügbaren Produkte“, erklärt CISO Max Gutberlet. „Dabei suchten wir eine zuverlässige, skalierbare und ganzheitliche Plattform, die Schwachstellen nicht nur identifizieren, sondern auch fundiert nach ihrem Business Impact priorisieren sollte.“
Sicherheit beginnt mit der Inventarisierung
Im ersten Proof-of-Concept hatte Rotkäppchen-Mumm eine Reihe OT-Security-Anbieter, darunter Tenable, eingeladen. Das PoC sollte im Werk mit dem breitesten Maschinenpark aller Standorte durchgeführt werden. Das Besondere: Neben Hightech-Anlagen sind dort noch Legacy-Systeme aus den achtziger Jahren im Einsatz. Das war für viele Anbieter eine Herausforderung. Nicht jedoch für Tenable OT Security: Nach kurzer Feinjustierung konnte ein detailliertes Inventar mit einer Liste aller Systeme inkl. Detailinformationen zur Software erstellt und so ein robustes Fundament für die Absicherung der Umgebung gelegt werden.
„Als wir die ersten Ergebnisse der Tenable Analyse erhielten, sahen wir sofort, dass die Lösung eine um ein Vielfaches höhere Informationsmenge lieferte als die vorher getesteten Systeme“, so Max Gutberlet. „Es war faszinierend, was wir schon in dieser frühen Phase an Informationen aus dem System extrahieren konnten – aus unserer Sicht ein echter Gamechanger.“
Rotkäppchen-Mumm entschied sich, den Proof-of-Concept zeitnah in den Echtbetrieb zu überführen und zog den langjährigen Tenable Partner WBS hinzu, um den Rollout zu begleiten. Die Leipziger Netzwerk- und Security-Experten entwickelten in enger Zusammenarbeit mit Rotkäppchen-Mumm und Tenable ein detailliertes Deployment-Konzept.
Maik Oettler, Technical Sales Manager bei WBS IT-Service, erinnert sich: „Insgesamt galt es, eine Vielzahl von Sensoren sowie mehrere hundert Assets zu implementieren. Besonders spannend war dabei der Einsatz von Sensorik mit 10-Gigabit-Interfaces – eine Herausforderung, für die wir gemeinsam mit dem Kunden eine passende Lösung finden konnten. Dank starker Automatisierungsfunktionen ließ sich die Umsetzung anschließend sehr zügig realisieren. So konnten wir innerhalb weniger Monate alle deutschen Standorte – und mit der Prosecco-Manufaktur Ruggeri sogar die erste internationale Produktionsstätte – anbinden.“
Flankierend dazu stand WBS dem Team von Rotkäppchen-Mumm bei der kaufmännischen Projektabwicklung und der vergleichsweisen komplexen Lizenzierung zur Seite.
Neue Produktionsanlagen sind nicht per sé sicher
Dass die Entscheidung für eine moderne OT-Sicherheitslösung richtig war, wurde inzwischen mehr als einmal unter Beweis gestellt. Das erste Mal, als Rotkäppchen-Mumm in Freyburg eine fabrikneue Dosieranlage für Chemikalien in Betrieb nahm. Obwohl das System frisch vom Hersteller geliefert worden war, schlug Tenable OT Security bereits während der Erstinstallation Alarm – mit kritischen Warnmeldungen an den CISO und den OT-Verantwortlichen. Eine Überprüfung ergab, dass ein Teil der Steuersysteme massive Sicherheitslücken aufwies, für die seit Jahren Patches verfügbar sind.
Die erste Bilanz von Max Gutberlet fällt dementsprechend positiv aus: „Als Mittelständler mit einer hochkomplexen IT, aber äußerst begrenzten Personalressourcen achten wir bei der Auswahl unserer Lösungen akribisch auf einen hohen Grad an Automatisierung und Autarkie. Die Systeme müssen zuverlässig für sich selbst laufen, ohne dass wir täglich manuell eingreifen müssen.“
Rotkäppchen gehört zu den ältesten Sektkellereien Deutschlands und hat seinen Sitz nach wie vor in Freyburg an der Unstrut in Sachsen-Anhalt.