Anpassungsfähigkeit wird zur Kernkompetenz der IT-Führung

Renault-IT-Direktorin Lorraine Dodd über GenAI, knappe Budgets und die Fähigkeiten, die IT-Leader jetzt entwickeln müssen.

Lorraine Dodd, Renault Group UK

Lorraine Dodd von der Renault Group UK erklärt, warum Anpassungsfähigkeit, kontinuierliches Lernen und die praktische Anwendung von KI die nächste Generation der IT-Führung prägen werden.

Im Vorfeld des IT Leaders Summit am 17. September in London sprach das Computing-Team mit Beiratsmitglied Lorraine Dodd.

Lorraine ist IS/IT-Direktorin bei der Renault Group UK. Sie verantwortet die Teams für IT, Infrastruktur, Sicherheit, Business Intelligence, KI und Projektabwicklung. Dabei stellt sie sicher, dass Technologie das Geschäft wirksam unterstützt und zugleich digitale Transformation und Innovation im gesamten Unternehmen vorantreibt.

Wir wollten von ihr wissen, wie sie die zentralen Themen des Summits einschätzt: den Wandel von IT-Rollen, die Priorisierung knapper Budgets und weitere Herausforderungen, mit denen IT-Führungskräfte konfrontiert sind.

Wie wird sich Ihrer Meinung nach die Rolle der IT-Führungskraft in den nächsten drei Jahren entwickeln, und welche Fähigkeiten werden für den Erfolg am entscheidendsten sein?

Ich glaube, IT-Führungskräfte müssen in den nächsten drei Jahren anpassungsfähiger werden als je zuvor. Technologie entwickelt sich so schnell, dass niemand in allen Bereichen Experte sein kann. Entscheidend wird daher die Fähigkeit sein, kontinuierlich zu lernen und offen zu bleiben, statt sich auf Ansätze zu verlassen, die in der Vergangenheit funktioniert haben.

Erfolgreiche IT-Führungskräfte werden den Blick aktiv nach außen richten: durch Networking, Branchenveranstaltungen und die Beobachtung von Markttrends. Zugleich werden sie in ihren Teams eine Kultur des Lernens fördern. Der wahre Wert entsteht, wenn man anderen ermöglicht, die Kompetenzen zu entwickeln, die sie in einer sich rasch verändernden Welt benötigen.

Die IT-Budgets sind stets knapp bemessen – wie entscheiden Sie, was Priorität erhält?

Meine oberste Priorität ist es, sicherzustellen, dass jede Investition zur globalen „futuREady“-Strategie der Renault-Gruppe passt. Wir bewerten Initiativen anhand der vier Säulen „Growth Ready“, „Tech Ready“, „Excellence Ready“ und „Trust Ready“ und priorisieren diejenigen, die den größten Beitrag zu unseren strategischen Zielen leisten.

Ebenso wichtig ist ein klares Verständnis des erwarteten Nutzens – sei es höhere Effizienz, geringeres Risiko, ein besseres Kundenerlebnis oder Geschäftswachstum. Wenn wir Nutzen und Ergebnisse nicht klar benennen können, wird es deutlich schwieriger, eine Investition zu rechtfertigen.

Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung, die IT-Führungskräfte derzeit unterschätzen?

Ich glaube, eine der größten unterschätzten Herausforderungen für IT-Führungskräfte ist die wachsende Qualifikationslücke im Bereich GenAI. Auf der einen Seite stehen Menschen, die täglich KI-Tools nutzen und ihre Fähigkeiten rasch ausbauen. Auf der anderen Seite gibt es Kollegen, die damit noch gar nicht begonnen haben. Unsere Aufgabe ist es, alle mitzunehmen und eine solide Grundlage an KI-Wissen für alle zu schaffen.

Sobald Menschen den Nutzen erkennen, beschleunigt sich die Akzeptanz oft von selbst. Gleichzeitig müssen wir fortgeschrittene Nutzer weiter unterstützen und herausfordern, damit wir Innovation fördern, statt sie unbeabsichtigt auszubremsen.

Inwiefern hilft Ihnen die Teilnahme an der Computing-Community und an Veranstaltungen wie dem IT Leaders Summit dabei, Herausforderungen zu meistern und bessere Entscheidungen zu treffen?

Einer der größten Vorteile der Teilnahme an der Computing-Community und an Veranstaltungen wie dem IT Leaders Summit ist die Erkenntnis, dass viele unserer Herausforderungen organisations- und branchenübergreifend ähnlich sind. Ich erinnere mich, dass ich meine erste Veranstaltung mit dem Gedanken verließ: „Gott sei Dank sitzen wir alle im selben Boot.“

Aus diesen Gesprächen entstehen schnell Diskussionen darüber, was funktioniert hat, was nicht und welche Lehren daraus gezogen wurden. Die über Networking geknüpften Beziehungen bestehen oft lange über die Veranstaltung hinaus und schaffen ein vertrauensvolles Netzwerk von Fachkollegen. Zudem erhalten wir wertvolle Einblicke darin, wie unterschiedliche Organisationen mit Technologie umgehen. Das hilft mir, neue Ideen und Perspektiven bei Renault einzubringen.

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Dieser Artikel erschien ursprünglich auf unserer Schwester-Website Computing.