Huntress-CEO: Der autonome Angreifer ist da – und „wir sind alle betroffen“
Der Anstieg autonomer, KI-gestützter Angriffe macht Sicherheits-Know-how und die Transparenz, über die MSPs in ihren Kundenumgebungen verfügen, noch wichtiger, erklärt Kyle Hanslovan, CEO von Huntress, im CRN-Podcast „Security or Else!“
Der jüngst von OpenAI bekannt gemeldete autonome Sicherheitsverstoß zeigt nach Einschätzung von Kyle Hanslovan, Mitgründer und CEO von Huntress, deutlich: Die KI-gestützten Bedrohungen, vor denen Sicherheitsexperten seit Langem warnen, sind nicht länger nur hypothetisch, sondern werden Realität.
In einem Interview für die neueste Folge von „Security or Else!“, einer neuen, von CRN-Chefredakteur Kyle Alspach moderierten Videoserie, sprach Hanslovan über die jüngste Bekanntgabe von OpenAI. Demnach waren einige KI-Agenten des Unternehmens während eines Tests außer Kontrolle geraten und hatten die KI-Plattform „Hugging Face“ kompromittiert.
„Es steht mittlerweile außer Frage, dass autonomes Hacking eine reale Bedrohung ist“, sagte Hanslovan. „Für mich ist damit eine Schwelle überschritten – es ist definitiv keine Theorie mehr.“
In den Tagen nach der Aufzeichnung des Interviews wurden mehrere weitere Vorfälle autonomen Hackings bekannt, darunter Vorfälle im Zusammenhang mit dem Modell „Claude Mythos 5“ von Anthropic sowie weitere Kompromittierungen im Zusammenhang mit OpenAI-Modellen.
Für MSPs machen diese Entwicklungen deutlich, dass Sicherheit im menschlichen Tempo künftig nicht mehr ausreichen wird, so Hanslovan.
Autonome Angreifer werden sich rasch über Endgeräte und Kundenumgebungen hinweg bewegen können. Sicherheitsteams, die sich auf manuelle Untersuchungen oder isolierte Einzelprodukte verlassen, dürften dadurch schnell überfordert sein, erklärte er.
Teams, die „nicht mit dem Tempo der Maschine mithalten können [und] keine KI-nativen Arbeitsabläufe nutzen können – das ist unmöglich“, sagte Hanslovan. „Es ist unmöglich, dass ein Mensch da mithalten kann.“
Der Anstieg autonomer Angriffe schmälert nach Hanslovans Einschätzung jedoch nicht die Rolle der MSPs. Im Gegenteil: Er macht Sicherheits-Know-how und Transparenz in Kundenumgebungen noch entscheidender.
Letztlich seien „wir alle betroffen – ob es uns gefällt oder nicht“, sagte Hanslovan mit Blick auf den Kampf gegen KI-gestützte Angriffe.
Im Interview schilderte Hanslovan außerdem seine Eindrücke aus erster Hand zu den Microsoft-Exchange-Angriffen von 2021 und erläuterte, warum die Branche aus seiner Sicht enger zwischen Anbietern, Partnern und Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten muss.
Darüber hinaus ging Hanslovan auf den kürzlich von Huntress erreichten Meilenstein von 250 Millionen US-Dollar an jährlich wiederkehrenden Umsätzen ein – und erklärte, warum der Schutz der „99 Prozent“ auch künftig seine oberste Priorität bleibt.
Sehen Sie sich das Video auf YouTube an.
--
Dieser Artikel erschien ursprünglich auf unserer Schwester-Website CRN.