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Fünfzigtausend Mitarbeiter. Einhundertzwölf Länder. Neunzehn Stunden Ausfallzeit. – Nestlés erste von insgesamt drei geplanten SAP-Umstellungen verlief ohne Drama und ohne nennenswerte Unterbrechungen.

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V.l.n.r.: Nathan Bello, Nestlé Cocoa Plan Manager und Alexander von Maillot, Vorstandsvorsitzender Nestlé Deutschland, vor Ort in der Elfenbeinküste. (Bildquelle: Nestlé)

Wenn Sie für die IT-Landschaft eines globalen Giganten mit Netzwerken, multiplen Clouds und diversen SAP-Installationen verantwortlich sind, gibt es keine risikoarmen Änderungen – genau in diesem Kontext hat Nestlé kürzlich ein umfangreiches Upgrade auf S/4HANA durchgeführt.

Nestlé, zu dem ikonische Marken wie Maggi, Nespresso oder After Eight gehören, zählt nicht nur zu den weltweit größten börsennotierten Lebensmittelunternehmen, sondern ist auch Gründungsmitglied von SAP Rise, dem ERP-Transformationsprogramm des deutschen Software-Giganten.

„Wir waren, wie [SAP-Präsident für Enterprise Cloud Services] Peter Pluim sagte, das erste ‚Mega’-Unternehmen, das zu Rise wechselte, als Rise noch gar nicht existierte”, sagt Ralf Huebenthal, Leiter IT-Plattformen bei Nestlé.

Die enge Beziehung zwischen den beiden Unternehmen besteht bis heute fort. Nestlé hat kürzlich die erste von drei Stufen zur Modernisierung seines globalen digitalen Kerns abgeschlossen.

Letztendlich wird dies die weltweit größte SAP-Modernisierung auf S/4HANA Cloud Private Edition sein.

Übung macht den Meister

Die drei Stufen umfassen die Umstellung in allen Regionen der Welt, beginnend mit Asien-Ozeanien-Afrika (AOA) im Jahr 2025, gefolgt von Europa in diesem Jahr und Amerika (AMS) im Jahr 2027.

Das Team hat nicht gerade klein angefangen: Die AOA-Region umfasst „etwa zwei Drittel der Welt“, und das Upgrade wurde in weniger als 20 Stunden durchgeführt. Da die AOA-Region 112 Länder sowie 50.000 Mitarbeitende bei Nestlé betrifft, war es unerlässlich, dass alles auf Anhieb richtig lief.

„Die Ausfallzeit betrug 19,5 Stunden”, sagt Ralf. „Wir haben mit SAP zusammengearbeitet, um die Ausfallzeit gegenüber früheren Upgrades zu verbessern, und dann haben wir viel geübt, geübt und nochmal geübt.”

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Ralf Huebenthal ist Global Head of IT Platforms bei Nestlé.

„Als wir das erste Mal damit begonnen haben, haben wir 48 Stunden gebraucht, aber dann haben wir den Prozess optimiert und die Ausfallzeit auf das aktuelle Niveau reduziert.“

Diese Optimierung erfolgte auf vielfältige Weise, von Tests in einer Sandbox-Umgebung bis hin zu papierbasierten Prozessen und Stand-ups.

Ralf sagt, dass die Vorbereitung „einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg war“.

Ein weiterer Faktor, der zur Begrenzung der Ausfallzeit beitrug, war die einheitliche globale Vorlage für Geschäftsprozesse von Nestlé: einer der Gründe, warum sich das Unternehmen für ein Brownfield-Upgrade anstelle eines Green- oder Bluefield-Upgrades entschieden hat.

„Hätten wir ein Greenfield-Upgrade durchgeführt, hätte dies zu erheblichen Störungen im Geschäftsbetrieb und für die Endnutzer geführt, da jeder neue Prozess und jede einzelne neue Transaktion neu geschult werden müssten. Beim Brownfield-Upgrade bestand der größte Schulungsaufwand darin, zu erklären, dass der Bildschirm nicht mehr blau, sondern braun ist.“

Kontrollierte Veränderung

Obwohl die unmittelbaren Auswirkungen für den Endnutzer gering erschienen, war angesichts von 50.000 Menschen, die täglich mit den Systemen arbeiten, ein gewisses Maß an Change-Management erforderlich. Der Großteil der Nachschulungen wurde über WalkMe abgewickelt – Nestlé ist laut Ralf der größte Kunde des Unternehmens –, wobei die „fortgeschritteneren“ Schulungen auf „zwei oder drei Standorte in unseren Shared Service Centern“ beschränkt waren.

Ein Teil dieser Schulung befasste sich mit der Verwendung des SAP-eigenen KI-Copiloten Joule. Nestlé führt bereits mehrere Proof-of-Concepts durch, insbesondere in den Bereichen Finanzen und Lieferkette, und beabsichtigt, „es in die tägliche Arbeit zu integrieren“.

„Heute haben wir bereits über 100.000 Nutzer, die täglich KI einsetzen, entweder über Copilot oder über etwas, das wir NestGPT nennen. Unsere Mission ist es, sie in die tägliche Arbeit zu integrieren. Wir wollen sie nicht zu etwas Großem und Separatem machen. Sie ist Teil der Arbeitsweise, und so treiben wir sie auch voran – deshalb ist sie bereits so weit verbreitet.“

Die Integration von Joule in die bereits verwendete Benutzeroberfläche war entscheidend für einen reibungslosen Übergang und eine hohe Akzeptanz der KI:

„Ja, es wird erfahrene Nutzer geben, die Joule direkt verwenden, aber die Mehrheit sollte über Copilot interagieren, unsere Plattform, die wir für die Interaktion der Nutzer mit ihren Geschäftsprozessen und ihren täglichen Aufgaben ausgewählt haben.“

Globalisierung

Nestlé begann seine großangelegte Transformation in der AOA-Region; Europa und Nordamerika haben ihre eigenen Herausforderungen. Europa, das für Mai auf dem Plan steht, weist „unterschiedliche Komplexitäten“ auf – beispielsweise die Notwendigkeit, Taxmarc zu verwenden, sowie die Einhaltung einer Reihe strenger Vorschriften und Bestimmungen.

Trotzdem beabsichtigt das Unternehmen, auch hier die Ausfallzeit von 19,5 Stunden bei der AOA-Umstellung nicht zu überschreiten und sogar zu unterbieten, was einen neuen Rekord darstellen würde: Bei der letzten Aktualisierung seines europäischen Systems betrug die Ausfallzeit 24 Stunden.

Und die Region Nord- und Südamerika ist zwar geografisch nicht mit AOA vergleichbar, dennoch ist es das größte System von Nestlé: Die 48-Terabyte-Scale-out-Umgebung ist doppelt so groß wie Europa oder AOA.

Das bringt seine eigenen Herausforderungen mit sich, aber Ralfs Team bereitet sich bereits vor – auch hier getreu dem Motto „Üben, üben, üben“.

„Das kontinuierliche Lernen, das wir außerhalb Europas betreiben, wird uns helfen, AMS zu erreichen, und dabei geht es vor allem um Ausfallzeiten im Geschäftsbetrieb – das ist entscheidend.”

Das Upgrade auf SAP S/4HANA Cloud Private Edition bildet einen leistungsstarken digitalen Kern für den umfassenden Einsatz von künstlicher Intelligenz und Automatisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Alles andere als ‘kalter Kaffee’

„Wir sind sehr daran interessiert, unsere Führungsposition zu behalten”, sagt Huebenthal. “Dabei hilft uns unsere digitales Backend, das uns gegenüber unseren Mitbewerbern einen enormen Geschäftsvorteil verschafft, weil wir viel schneller reagieren und handeln können.“

Chris Wright, Leiter der IT-Abteilung und CIO von Nestlé, bestätigte in einer Pressemeldung: „Wir bauen ein zukunftsfähiges Unternehmen auf – eines, das intelligenter und schneller arbeitet. Ein gemeinsames ERP-System als Rückgrat ist für Nestlé bereits ein enormer Vorteil. Es bietet eine einheitliche Plattform und Datenbasis, die es uns ermöglichen, End-to-End-Prozesse durchzuführen und Transparenz über unser gesamtes Unternehmen und darüber hinaus zu schaffen. Mit dem Upgrade gewinnen wir mehr Flexibilität, Fähigkeiten und Einblicke, die uns helfen werden, neue Produkte schneller weltweit einzuführen, um den Bedürfnissen unserer Kunden und Verbraucher gerecht zu werden. Und durch den Einsatz von KI und Automatisierung in großem Maßstab werden wir die Effizienz und Effektivität entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette steigern.“

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Anna Manz ist Executive Vice President
Chief Financial Officer bei Nestlé. (Bildquelle: Nestlé)

Das weiß auch Anna Manz, CFO von Nestlé und verantwortlich für Integrated Business Services: „Wachstum durch Innovation voranzutreiben, hat oberste Priorität. Wir transformieren unser Geschäft, um mutiger in die besten Chancen zu investieren. Wir müssen großartige Verbraucherkenntnisse und Innovationen mit Flexibilität und Skalierbarkeit kombinieren, um Verbrauchern auf der ganzen Welt hochwertige Produkte zu bieten, wann, wo und wie sie diese wünschen. Diese Aufrüstung wird uns dabei helfen, mehrjährige Innovationspipelines, eine agilere Produktion und digitale Marketing- und Vertriebsplattformen für Bereiche wie Cold Coffee, therapeutisches Tierfutter und moderne Kochhilfen aufzubauen.“

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Chris Wright steuert seit 2021 als CIO die Digitalisierungsmaßnahmen bei Nestlé.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf unserer Schwester-Website Computing.