KI-Backdoors, Chip-Milliarden und Musks neuester Coup

OpenClaw wird zur Gefahr, Texas Instruments kauft Silicon Labs und warum Sie beim IT-Recycling Ihre Sicherheit riskieren

Bild: KI

Die IT-Welt steht niemals still, aber in dieser Woche überschlagen sich die Ereignisse derart, dass man sich fast in einem kafkaesken Drehbuch wähnt.
Den Anfang macht eine Entdeckung, die das Vertrauen in KI-Agenten erschüttert: Das Tool OpenClaw – bei GitHub innerhalb weniger Wochen von 0 auf 100.000 ranked – entpuppt sich als potenzielles trojanisches Pferd. Durch raffinierte Prompt-Injections lässt sich das KI-gestützte Automatisierungstool in eine persistente Backdoor verwandeln. Es ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, dass wir in der Ära der Agentic AI Sicherheit von Grund auf neu denken müssen – ein Virenscanner reicht hier als Schutzwall längst nicht aus. Matthew Kosinsky von IBM Think empfiehlt: "Die einzige Möglichkeit, Prompt Injections zu verhindern, besteht darin, LLMs vollständig zu vermeiden." Er hat aber auch praktische Tipps, falls das nicht (mehr) möglich ist.
Bodenständiger, aber nicht weniger riskant, geht es in der aktuellen Bitkom-Studie zu: Second-Life statt Schredder ist das Motto im deutschen Mittelstand. Immer mehr Unternehmen geben alteIT-Geräte weiter, statt sie zu vernichten. Das ist ökologisch löblich, birgt aber eine immense Gefahr: Ohne zertifiziertes Datenlöschverfahren (Wiping) wandern nicht nur Laptops über den Tisch, sondern auch potenziell sensible Daten. Ein schlecht gelöschtes Gerät ist eine Goldgrube für das Darknet und für Wirtschaftsspione. Nachhaltigkeit darf niemals auf Kosten der IT-Security gehen!
Apropos Drehbuch: In der Hardware-Welt bahnt sich eine Milliarden-Hochzeit an. Texas Instruments schluckt den Chip-Designer Silicon Labs für stolze 7,5 Milliarden Dollar. Wer bei TI sofort an Taschenrechner denkt, greift zu kurz – hier festigt ein Gigant seine Macht im IoT-Markt. Für alle, die bei Chip-Entwicklern und dem Pioniergeist der 80er-Jahre Gänsehaut bekommen, ist dies der perfekte Moment für einen Serientipp: Schauen Sie sich Halt and Catch Fire an – alle vier Staffeln gibt es in Deutsch synchronisiert auf Apple TV. Die Serie fängt das Drama und die Innovation der frühen Computerära perfekt ein – TI kommt auch darin vor.
Währenddessen sorgt Elon Musk für das gewohnte Chaos auf der Weltbühne: Er kauft – man glaubt es kaum – sein eigenes Unternehmen zurück/neu (je nach Lesart der aktuellen Transaktion) und versetzt die Märkte und die Tech-Community in Schnappatmung. Ob Genie oder Wahnsinn, die Konzentration digitaler Macht in einer Hand bleibt eines der Reizthemen der Woche.

Der #Für-Mehr-IT-Sicherheits-Tipp der Woche

Ein einfaches Löschen oder Formatieren der Festplatte reicht auch 2026 nicht aus. Nutzen Sie zertifizierte Software (z. B. nach BSI-Standard), die den Datenträger mehrfach mit Zufallsmustern überschreibt. Bei sensiblen Daten oder defekten Datenträgern ist das physische Zerstören (Schreddern oder Einschmelzen) von Festplatten (HDD/SSD) die sicherste Methode. Deaktivieren Sie Softwarelizenzen und entkoppeln Sie die Geräte von Unternehmens-Accounts (MDM-Profile, Cloud- und Microsoft-Konten). Denken Sie auch an BIOS/UEFI-Passwörter und TPM-Chips – diese müssen zurückgesetzt werden, um Account-Verknüpfungen (z. B. Autopilot/Intune) endgültig aufzuheben. Dokumentieren Sie den gesamten Prozess vom Abtransport bis zur Löschung bzw. Zerstörung, um regulatorische Vorgaben zu erfüllen. Beauftragen Sie ggf. einen zertifizierten ITAD-Dienstleister (IT Asset Disposition), der für jedes Gerät ein Löschzertifikat ausstellt.