Für immer CTR+ALT+DEL: Happy Birthday, Windows!

40 Jahre Windows: Eine echte Erfolgsgeschichte oder nur besseres Marketing? Ein kurzer Ausflug in die Geschichte des am weitesten verbreiteten Betriebssystems.

Bild: KI

Windows feiert heute seinen 40. Geburtstag. Am 20. November 1985 wurde mit Windows 1.0 die erste Version des bis heute am weitesten verbreiteten Desktop-Betriebssystems veröffentlicht. Die grafische Oberfläche von Microsoft Windows hat sich seit den frühen 1980er‑Jahren von einer einfachen, pixelbasierten Oberfläche zu einer modernen, Plattform entwickelt. Jede Hauptversion brachte neue Interaktionsparadigmen – von Snap‑Layouts bis hin zu Live‑Tiles – und passte sich gleichzeitig an neue Eingabegeräte (Maus → Touch → Pen → Sprache & KI) an. Aus den kachelartigen Fenstern der ersten Versionen und dem ikonischen Startmenü wurde ein visuell ansprechendes, GPU‑beschleunigtes Desktop‑Erlebnis, das heute sowohl klassische Produktivität als auch moderne, kontextbezogene Workflows unterstützt.

Marktanteile von Betriebssystemen in Deutschland bis Mai 2025

Die Bedeutung von Windows zeigt sich auch in aktuellen Zahlen. Laut einer Veröffentlichung des Statista Research Departments vom 16. Juli 2025 erzielte Microsofts Windows-Betriebssystem in Deutschland im Mai 2025 einen Marktanteil von rund 67,4 Prozent. Apples macOS erreichte im selben Monat einen Marktanteil von etwa 23,5 Prozent und Linux belegte mit rund 5 Prozent den dritten Platz. Die Datenerhebung basiert auf der Internetnutzung mit Desktop- und Notebook-PCs und schließt Smartphones sowie Tablets aus.

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Entwicklung Betriebssystemverteilung 2009-2025 (Quelle: Statista)

Windows, macOS und Linux bestimmen seit Jahren den Markt für PC-Betriebssysteme, wobei die Marktanteile eindeutig verteilt sind: Microsofts Windows ist der klare Marktführer und Apples macOS folgt mit deutlichem Abstand auf Platz zwei.

Die Kopierkönige aus dem Silicon Valley

Die Ursprünge der grafischen Benutzeroberfläche liegen im Xerox PARC, wo ab 1973 der Xerox Alto als Grafik-Workstation entwickelt wurde. Der Alto verfügte über eine Bedienoberfläche mit Icons, Fenstern und Maus, lange bevor der IBM PC 1982 erschien.

Xerox PARC (Palo Alto Research Center) war ein von Xerox gegründetes Forschungszentrum, das für viele technologische Fortschritte des Computerzeitalters verantwortlich ist, darunter der Laserdruck, das Ethernet sowie das Konzept einer grafischen Benutzeroberfläche (GUI) und ... Nein, nicht die Maus. Die wurde tatsächlich 1964 bei SRI International von Douglas Engelbart erfunden. Der Prototyp war ein Holzkasten mit zwei Rädern.

Steve Jobs besuchte das PARC und übernahm die Ideen für den Apple Macintosh, der 1984 auf den Markt kam.

Trivia: Nach internen Machtkämpfen verließ Steve Jobs 1985 Apple, nachdem er zuvor mehrere ambitionierte, aber kommerziell wenig erfolgreiche Produkte wie den Apple III und den teuren Bürorechner Lisa verantwortete. Jobs gründete NeXT, wo er hochwertige, technisch fortschrittliche Workstations sowie das moderne, auf Unix basierende Betriebssystem NeXTSTEP entwickeln ließ. Trotz innovativer Konzepte blieben auch die Verkaufszahlen von NeXT gering. Jobs kehrte 1996 als CEO zu Apple zurück; NeXTSTEP wurde die Grundlage eines neuen Betriebssystems: Mac OS X. Die Technologie bildet bis heute das Fundament der modernen Apple-Betriebssystemfamilie.

Microsoft brachte Windows 1.0 erst 1985 heraus. Es war zunächst nur ein Zusatzprogramm für MS-DOS. Die Bedienkonzepte von Windows orientierten sich stark an denen des Macintosh.

Mit Windows 95 wurde das Betriebssystem von DOS unabhängig. Und auch DOS war keine Microsoft-Erfindung. Microsoft entwickelte DOS zwar 1981 auf Anfrage von IBM für den IBM PC. Dazu erwarb Microsoft allerdings eine Kopie von QDOS (Quick and Dirty Operating System), das Tim Paterson als Betriebssystem für die 8086-Prozessoren-Karte von Seattle Computer Products entwickelt hatte. MS-DOS war grundlegend für die Verbreitung von PCs. Bis heute werden seine Kommandos in der Befehlszeile moderner Betriebssysteme verwendet.

Für die Entwicklung von Windows NT holte Microsoft Dave Cutler von DEC, der dort das stabile und sichere Betriebssystem VMS entwickelt hatte. Cutler brachte sein Team mit und schrieb Windows NT 3.51. In den Tiefen der Kommandozeile war die Verwandtschaft zu VMS bzw. OpenVMS noch lange sichtbar.

Auch der Internet Explorer entstand aus Kopien bestehender Technologien und geht im Wesentlichen auf NCSA Mosaic zurück. Mosaic wurde 1993 vom National Center for Supercomputing Applications (NCSA) entwickelt und gilt als der erste grafische Webbrowser, der Text und Bilder auf einer Webseite kombinieren konnte.

Vom Nachzügler zum Vorreiter

Microsoft verschlief das Internet zunächst und lieferte weder TCP/IP noch SLIP standardmäßig im Betriebssystem mit. Erst später wurden diese Funktionen nachgereicht.

Das Internet wurde für Microsoft erst in den späten 1990er Jahren relevant. Das Unternehmen musste viel Geld investieren, um im Internet-Rennen aufzuholen.

Mit dem schnellen Wandel der Technologie und dem Aufkommen neuer Trends wie Cloud-Computing, Virtualisierung und künstlicher Intelligenz wurden die Anforderungen an Betriebssysteme stetig komplexer. Windows hat seine Plattform für unterschiedlichste Einsatzzwecke geöffnet – von Gaming über professionelle Kreativanwendungen bis hin zur nahtlosen Integration mobiler und hybrider Arbeitswelten.

Das heutige Windows ist ein vielseitiges, stark integriertes Ökosystem, das klassische Desktop-Funktionen mit modernen Cloud- und KI-Diensten verbindet. Während Sicherheitsmechanismen wie Secure Boot, Virtualization-Based Security und hardwaregestützte Isolierung zum Standard gehören, verschmelzen Dienste wie OneDrive, Microsoft 365 und KI-Funktionen (etwa Copilot-Integration) mit dem System.

Aus der Desktop-Umgebung wurde eine kontinuierlich weiterentwickelte Plattform, die lokale Software, Cloud-Workflows und KI-Werkzeuge unter einer einheitlichen Benutzererfahrung vereint. Durch seine Vielseitigkeit und die breite Kompatibilität mit verschiedener Hard- und Software bleibt der Klassiker unter den Betriebssystemen weiterhin prägend für den digitalen Alltag vieler Menschen.

Happy Birthday, Microsoft Windows!

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Bildquelle: Wikipedia / Credits: Akhristov, TFCforever